Samstag, 31. Dezember 2011
Ansprache und Festnahmen: Putin hat alle Russen lieb
Friede, Freude, Eierkuchen in Russland? Nicht ganz. Ministerpräsident Putin wünscht zwar allen Bürgern "ohne Rücksicht auf ihre politische Gesinnung" alles Gute für das neue Jahr. Oppositionelle machen allerdings in Moskau wieder Bekanntschaft mit der Polizei. Am Rande von Demonstrationen kommt es zu Festnahmen.Nach Massenprotesten gegen Wahlfälschungen in Russland hat Regierungschef Wladimir Putin allen Bürgern ein frohes Neues Jahr gewünscht - "ohne Rücksicht auf ihre politische Gesinnung". "Denjenigen, die mit Linksaußen sympathisieren, und denjenigen, die rechts stehen, oben, unten, ganz wie sie wünschen", sagte Putin in seinen Neujahrsgrüßen.
Die Proteste, die sich gegen ihn gerichtet hatten, nannte der 59-Jährige "nichts Ungewöhnliches". Russland befinde sich in einem politischen Kreislauf. "Die Parlamentswahlen sind vorbei, die Präsidentenwahlen stehen an." Putin will sich am 4. März wieder in den Kreml wählen lassen.
Mit Blick auf 2012, das nach dem östlichen Kalender ein Jahr des Drachen ist, sagte Putin: "Ich bin im Jahr des Drachen geboren worden. In der Regel hatten wir in solchen Jahren immer eine glückliche Zeit. Ich hoffe, dass der Drache auch in diesem Jahr jeder russischen Familie viel Glück bringt, Wohlstand und Gesundheit."
Festnahmen in Moskau
Bei regierungskritischen Protesten nahm die russische Polizei in Moskau mindestens 20 Oppositionelle fest. Ein massives Polizeiaufgebot hatte den Triumphplatz im Zentrum der russischen Hauptstadt schon Stunden vor Beginn der Aktion abgesperrt. Dennoch sammelten sich einige Dutzend vor allem junge Leute nahe einer Metrostation und hielten Plakate mit politischen Parolen hoch.
Auch in der zweitgrößten Stadt St. Petersburg gingen einige Dutzend Menschen auf die Straße; dabei blieb es zunächst ruhig. In der Millionenstadt Nischni Nowgorod rund 400 Kilometer östlich von Moskau protestierten etwa 50 Menschen, darunter der Kremlkritiker und frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Arbeitslose sollen nach Deutschland
Brüderle will Spanier ausbilden
-
Für Tibets Unabhängigkeit
Mönche zünden sich an
-
Premier wirbt für "Ja" bei Referendum
Irland entscheidet über Fiskalpakt
-
Schlag gegen Terror-Organisation
Eta-Anführer gehen ins Netz
-
Massaker in Hula, Kämpfe in Hama
UN-Sicherheitsrat verurteilt Syrien scharf
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben