Donnerstag, 04. Dezember 2008
Krise macht Bogen um Moskau: Putin mit sich zufrieden
Russland wird die weltweite Wirtschaftskrise nach Ansicht von Ministerpräsident Wladimir Putin nahezu unbeschadet überstehen. Russland habe die besten Voraussetzungen, um mit minimalen Verlusten für die Wirtschaft und für die Bevölkerung die "schwierige Phase" zu überstehen, sagte Putin bei einer landesweit live ausgestrahlten Fragestunde in Moskau. Im Gegensatz zu anderen Ländern werde Russland in keinem Fall seine sozialen Verpflichtungen wie Renten oder Arbeitslosengeld kürzen, kündigte Putin an.
Putin machte bei seiner im Fernsehen, Hörfunk und Internet übertragenen jährlichen Bürger-Sprechstunde erneut die USA für den Abschwung in den führenden Industrienationen verantwortlich. Zugleich zeigte er sich aber auch zuversichtlich über die Erholung der Weltwirtschaft, die auch die Nachfrage nach russischen Rohstoffen wiederbeleben werde.
Putin hatte die Fragestunde während seiner Zeit als Präsident eingeführt und hält nun auch als Ministerpräsident an dieser Tradition fest. Sein Nachfolger als Kremlchef, Dmitri Medwedew, hat solch eine Sprechstunde bislang nicht abgehalten.
"Wichtig ist nicht der Stuhl
"
Putin betonte, dass er sich auf seinem Posten als Regierungschef wohl fühle und mit seinem derzeitigen Posten zufrieden sei. Spekulationen über eine Rückkehr in das Präsidentenamt erteilte er eine Absage. "Wichtig ist nicht der Stuhl, auf dem ich sitze, sondern die Verantwortung, die ich habe", antwortete Putin auf die erste ihm gestellte Frage. Es bereite ihm große Freude, dass das Schicksal ihm die Möglichkeit gegeben habe, als Regierungschef seines Landes zu dienen.
In Moskau hatte jüngst eine Verfassungsänderung, die die Amtszeit des Präsidenten um zwei auf künftig sechs Jahre erhöhte, die Spekulationen über Putins Zukunft im Kreml angeheizt. Es gab Mutmaßungen, dass die für 2012 vorgesehene Präsidentschaftswahl deshalb vorgezogen werden könnte und der frühere Staatschef Putin dann erneut antritt. Viele Beobachter sehen im jetzigen Präsidenten Dmitri Medwedew eine Art Strohmann Putins. Putin hatte eine Rückkehr in das Präsidentenamt in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.
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