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Politik

Piraten: Räuber der Meere

 
Piraten: Räuber der Meere

Die moderne Piraterie ist fernab aller Seeräuberromantik in Film und Literatur eine Form der organisierten Kriminalität.

Immer wieder werden im Golf von Aden und vor der Ostküste Somalias Schiffe von Piraten angegriffen.

Zahlreiche dieser Entführungen sind erfolgreich für die Piraten.

Meistens gelangen auch wertvolle Güter in die Hände der Piraten - wie hier bei dem ukrainische Frachter "Faina" mit 33 Kampfpanzern an Bord.

Manchmal kommen bei den Angriffen auch Menschen ums Leben.

Waren Seeräuber einst nur am Schiffstresor interessiert, sind sie inzwischen zu Geiselnahmen oder zur Kaperung ganzer Frachter übergegangen.

Auch Hilfslieferungen in Notstandsgebiete bleiben dabei auf der Strecke.

Am gefährlichsten sind die Gewässer vor Afrika. Somalia, Nigeria und Tansania sind Schwerpunkte der Angriffe.

Vor der Küste Somalias operieren Piraten oft von "Mutterschiffen" aus, von denen sie auf pfeilschnellen Booten mit Maschinenpistolen und Panzerfäusten bewaffnet zu Raubzügen aufbrechen.

Die gekaperten Schiffe werden dann vor die Küste gebracht, wo sie samt ihren Besatzungen bis zum Eingang von Lösegeld festgehalten werden.

Die somalischen Piraten haben in den vergangenen Monaten ihre Aktivität erhöht.

Sie haben Dutzende Schiffe gekapert, Yachten, ...

... Fischerboote (im Bild eine baskische Fischereibesatzung nach der Befreiung) , Frachter ...

... und auch einen saudi-arabischen Supertanker mit bis zu zwei Millionen Barrel Öl an Bord.

Den Reedern bleibt meist nichts anderes übrig, als Lösegeld für die Freigabe von Schiffen und Mannschaften zu zahlen.

Nach Ansicht der Internationalen Handelskammer bedroht die Piraterie längst den reibungslosen Ablauf des internationalen Handels.

Allein im letzten Jahr hätten sich die Versicherungsprämien für Verschiffungen durch den Golf von Aden verzehnfacht.

Angesichts der zahlreichen Kriegsschiffe, die vor der somalischen Küste für mehr Sicherheit für die Schifffahrt sorgen sollen, schlagen die Piraten inzwischen neue operative Wege ein.

Sie kapern die Schiffe zunehmend fern der als extrem gefährlich geltenden somalischen Küstengewässer, in denen mittlerweile Kriegsschiffe mehrerer Länder die Schifffahrtswege sichern.

"Diese kriminelle Erscheinung gerät außer Kontrolle", betont IMB-Direktor Kapitän Pottengal Mukundan in London.

Somalia, Heimat der meisten Piraten, ist seit dem Beginn des Bürgerkrieges 1991 ein Land mit chaotischen Verhältnissen.

Doch der Seeweg vor Somalia ist weltwirtschaftlich von großer Bedeutung, da er zum Suez-Kanal führt.

Seit Dezember 2008 schützen deshalb vor Somalias Küste europäische Kriegsschiffe den Seeverkehr.

Auch Deutschland beteiligt sich an der EU-Mission.

Sie leistete nach eigenen Angaben bereits mehrfach Nothilfe bei Piratenangriffen vor Somalias Küste.

Bisher ist kaum ein probates Mittel gegen die Seeräuber gefunden.

Festnahmen sind die Ausnahme, ...

... Verurteilungen scheitern nicht zuletzt an den kaum vorhandenen Rechtssystemen in den betroffenen Ländern.

Und so fährt auf vielen Handelsschiffen die Angst weiter mit.

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