Spanischer Politiker in der KlemmeRajoy-Erbe mit Dealer fotografiert
Der spanische Konservative Feijóo muss sich für seine Vergangenheit rechtfertigen. Vor fast 20 Jahren trifft er sich privat mehrmals mit einem Mann, der derzeit wegen Drogenhandels eine 14-jährige Haftstrafe verbüßt. Da ist nichts dran, dementiert Feijóo, der eigentlich vor einer glänzenden politischen Karriere steht.
Alte Fotos mit einem mittlerweile verurteilten Drogenhändler haben einen spanischen Politiker in Erklärungsnot gebracht, der als künftiger Chef der regierenden Volkspartei gehandelt wird. "Ich habe immer im Rahmen des Gesetzes gehandelt", sagte der Regierungschef der nordspanischen Region Galizien, Alberto Núñez Feijóo, zu den Fotos, die die Zeitung "El País" gedruckt hatte.
Die Bilder zeigen den konservativen Politiker mit Marcial Dorado, der spanischen Medien zufolge derzeit eine 14-jährige Haftstrafe wegen Drogenhandels verbüßt. Zu sehen sind die beiden Männer mit nacktem Oberkörper auf einem Boot im Sommer 1995. Außerdem ist auf zwei Fotos zu sehen, wie Dorado und Núñez Feijóo aus demselben Auto steigen.
"Als ich ihn kennenlernte, wusste ich nichts über seine Vergangenheit oder seine Aktivitäten", sagte Núñez Feijóo über Dorado bei einer eigens wegen der Angelegenheit anberaumten Pressekonferenz. Zuvor waren aus seiner Partei PP Rufe nach seinem Rücktritt laut geworden. Dies lehnte er ab. "Wenn ich die geringste Befürchtung hätte, dass ich etwas Illegales im Laufe meiner beruflichen Karriere, als Beamter oder Politiker, getan habe, wäre ich tatsächlich in einer heiklen Situation. Das ist nicht der Fall", beteuerte er. Es bestehe "weder eine direkte noch eine tiefe Freundschaft" zwischen ihm und Dorado. Auch Nachforschungen der Justiz hätten nichts ergeben.
PP in Schwarzgeldaffäre verwickelt
Von Núñez Feijóo wird angenommen, er könne dereinst den jetzigen Regierungschef und PP-Chef Mariano Rajoy an der Parteispitze ablösen. Die PP sieht sich derzeit mit einer Schwarzgeldaffäre konfrontiert. "El País" zufolge zahlte die PP über Jahre Spenden von Unternehmern vornehmlich aus der Baubranche an Parteifunktionäre aus. Die Zeitung hatte handschriftliche Listen von ehemaligen PP-Schatzmeistern veröffentlicht, auf denen Summen auch an den heutigen Regierungschef vermerkt sind: Demnach soll Rajoy zwischen 1997 und 2008 jährlich rund 25.000 Euro erhalten haben.
Der Zeitung "El Mundo" zufolge soll Rajoy die Praxis 2009 beendet haben. Anders als "El País" berichtete "El Mundo", Rajoy selbst habe nie Zahlungen erhalten. Auch Rajoy weist die Angaben von "El País" strikt zurück.