Politik

Städtebau-FörderungRamsauer will weniger sparen

03.09.2010, 15:18 Uhr
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Ramsauer bekommt die Unzufriedenheit der Länder zu spüren. (Foto: dpa)

Minister Ramsauer steckt ein bisschen in der Klemme. Das Sparpaket der Regierung dünnt auch díe Städtebauförderung aus - eigentlich ein Erfolgsprodukt. Und die Bauminister der Länder machen deswegen Druck auf ihn.

Bundesbauminister Peter

Ramsauer (CSU) will sich bei den Haushaltsberatungen für eine Abmilderung der Kürzung

bei der Städtebau-Förderung einsetzen. Die Länder-Bauminister forderten bei einer

Sonderkonferenz einstimmig die Rücknahme der Kürzungspläne. Ramsauer sagte zu, dies

in den nun anstehenden Haushaltsberatungen des Bundes für 2011 zu prüfen. Die Bundesregierung

plant die Halbierung der Städtebauförderung von 610 auf 305 Millionen Euro.

"Wir sind uns einig

über den großen volkswirtschaftlichen Erfolg dieses Förderinstruments", sagte

Ramsauer. Es sei ein gemeinsames Anliegen, die Städtebauförderung zu erhalten. "Und

dies auf möglichst hohem Niveau." Ramsauer wollte keine konkrete Zahl nennen,

wie hoch letztlich die Kürzung bei der Städtebauförderung ausfallen könnte. "Ich

möchte jetzt keine Schmerzgrenze definieren", sagte er.

Auch in den Fraktionen von

Union und FDP wächst angesichts der breiten Kritik die Bereitschaft, die Kürzungen

geringer ausfallen zu lassen. Im Rahmen des Programms gewährt der Bund den Ländern

Finanzhilfen, diese steuern ebenfalls Mittel bei. Im Rahmen der Maßnahmen zur Stützung

der Konjunktur in der Wirtschafts- und Finanzkrise waren die Mittel stark gestiegen.

Die Bauministerkonferenz

forderte in ihrem Beschluss die Bundestagsmitglieder dazu auf, die Förderung "im

Interesse der Städte und Gemeinden mindestens auf das Niveau" wie im Jahr 2010

anzuheben. Der Vorsitzende, der rheinland-pfälzische Bauminister Carsten Kühl (SPD),

sagte, die Länder seien sich einig, die Kürzungen brächten große Verwerfungen. "Es

sind eine ganze Menge Projekte gefährdet."

Aus eins mach acht

Der Städtetag und der Städte-

und Gemeindebund forderten, der Bund müsse den "Kahlschlag" bei der Städtebauförderung

zurücknehmen. "Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

löst ein Euro an Städtebaufördermitteln bis zu acht weitere Euro öffentliche und

private Investitionen, insbesondere beim örtlichen und regionalen Baugewerbe und

Handwerk aus", betonten die Verbände.

Nach Angaben des Bundesverbandes

der Energie- und Wasserwirtschaft haben seit 2002 rund 390 Kommunen mit zusammen

820 Stadtumbaugebieten von dem Städtebau-Förderungsprogramm profitiert. Infolge

der demografischen Entwicklung müssten nicht mehr benötigte Wohnungen vom Markt

genommen und städtebauliche Fehlentwicklungen der Vergangenheit korrigiert und Stadtquartiere

aufgewertet werden.

Neben der Halbierung der

Städtebauförderung sollen auch die Bundeszuschüsse für das CO2-Gebäudesanierungs-Programm

auf knapp 450 Millionen Euro halbiert werden. Nach Auskunft von Umweltminister Norbert

Röttgen (CDU) könnte mit mehr Energieeffizienz in 40 Jahren bis zu 50 Prozent Energie

eingespart werden. Er setzt sich dafür ein, die Kürzungen beim Gebäudesanierungsprogramm

abzumildern.

Quelle: dpa