Zuviel Kraut in der RhôneReaktorblock abgeschaltet

Nach einer Störung im Kühlsystem muss einer der vier Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Cruas im Südosten Frankreichs abgeschaltet werden. Das Wasser der Rhône hatte zu viele Pflanzen mitgeführt, so dass die Kühlleitungen verstopften.
Nach Angaben der Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) hatte der Vorfall keine Folgen für die Umwelt. In einer weiteren ASN-Erklärung heißt es, das Kühlsystem funktioniere wieder. Der Vorfall wurde mit Stufe zwei der siebenstufigen INES-Skala bewertet. ASN zufolge war die Sicherheit der Anlage die ganze Zeit über gewährleistet.
Zuviel Kraut – Lichter aus
Der Behörde zufolge machte der Betreiber für den Vorfall eine große Menge pflanzlicher Abfälle im Fluss Rhône verantwortlich. In einer ersten Reaktion meldeten sich Atomkraftgegner besorgt über den Vorfall zu Wort. Der Zwischenfall zeige erneut, wie unsicher Atomkraftwerke seien. Ein bisschen zuviel Kraut im Fluss, und schon würden die Lichter ausgehen, heißt es in der französischen Presse. Rhône-Wasser wird in Cruas zur Kühlung benutzt. Das Anfang der 1980er Jahre gebaut Kernkraftwerk liegt nicht weit von Montélimar entfernt.
Erst Mitte Oktober hatte sich in Frankreich ein weiterer der normalerweise seltenen Störfälle ereignet, allerdings nicht in einem Atomkraftwerk. Im südfranzösischen Cadarache wurde beim Abbau einer Atomfabrik kiloweise hochgefährliches Plutonium entdeckt, das nirgendwo verzeichnet war. In Deutschland hatte es zuletzt im August 2001 im Kernkraftwerk Philippsburg zwei Vorfälle mit dem Notkühlsystem gegeben, die als vergleichbar schwerer "Störfall" eingeordnet wurden.