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Politik

Samstag, 26. Dezember 2009

Jemen-Geisel: Regierung setzt Suche fort

Was ist mit der entführten deutschen Familie passiert?

Was ist mit der entführten deutschen Familie passiert?

Auch an den Weihnachtsfeiertagen hat der Krisenstab des Auswärtigen Amtes versucht, das Schicksal einer im Jemen entführten deutschen Familie aufzuklären. Einzelheiten zu "operativen Details" nannte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin allerdings nicht. Die Existenz von Videos, auf denen nach Medien- Berichten die Kinder der bereits Mitte Juni entführten Familie zu sehen sind, wollte sie weder bestätigen noch dementieren.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" wurden der deutschen Botschaft in Jemens Hauptstadt Sanaa bereits im Spätsommer zwei Videos zugespielt, die nicht die ganze Familie, sondern nur die Kinder Lydia, Anna und Simon zeigen. Der einjährige Simon habe auf einem auf September datierten Band besonders krank gewirkt.

Versuche des Krisenstabs, den Entführern Medikamente für die Kinder zukommen zu lassen, seien aber gescheitert. Eine Untersuchung der Videos habe zudem ergeben, dass die digitale Datierung nachträglich manipuliert wurde, um die Aufnahmen aktueller erscheinen zu lassen. Die "Bild"- Zeitung hatte am Mittwoch berichtet, der Bundesregierung liege ein Video der Kidnapper vor, das aus den vergangenen Wochen stamme.

Wo sind die Eltern?

Von den Eltern der Kinder fehlt seit der Verschleppung jede Spur. Das Ehepaar hatte in einem Krankenhaus der nördlichen Provinz Saada gearbeitet. Zwei deutsche Frauen und eine Koreanerin, die gemeinsam mit der Familie entführt worden waren, wurden später erschossen aufgefunden. In der Provinz liefern sich Regierungstruppen und schiitische Houthi-Rebellen seit August heftige Gefechte. Zugunsten der Regierung hat bereits die Luftwaffe des benachbarten Saudi- Arabien eingegriffen.

Als Vermittler in dem Entführungsdrama ist der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog tätig. Er war im Dezember 2005 mit seiner Familie selbst Opfer einer Geiselnahme im Jemen geworden und kam nach drei Tagen frei. Im Dezember reiste der 69-Jährige wieder im Auftrag des AA-Krisenstabes in den Jemen, um sich dort für die entführte Familie aus Sachsen einzusetzen.

dpa

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