Dienstag, 16. März 2010
"Es ist jetzt dringend Eile geboten": Rösler attackiert Ärztefunktionäre
Gesundheitsminister Rösler erhebt schwere Vorwürfe an die Kassenärztliche Bundesvereinigung: Diese habe bis heute keine Daten über die genauen Auswirkungen der Reform der Ärzte-Honorare geliefert. Laut Rösler gibt es Hinweise, dass einigen Praxen bereits Existenzgefahr drohe.
Bei vielen Ärzten herrscht Unmut über die Vergütungssituation, so Rösler.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) wirft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vor, wichtige Daten über die Vergütung der etwa 130.000 niedergelassenen Kassenärzte zurückzuhalten. Bis heute habe er von der KBV keine Daten über die genauen Auswirkungen der Reform der Ärzte-Honorare bekommen, kritisierte Rösler in der "Badischen Zeitung". Diese seien aber aufgrund einer Festlegung der großen Koalition bis zum 15. November 2009 fällig gewesen.
"Die Auswirkungen der Honorarreform sind bisher eine "black box", bei der niemand weiß, was wann aufgrund welcher Leistung bei welchem Arzt ankommt", sagte Rösler. Es gebe Hinweise, dass die Honorarreform bei einzelnen Facharztgruppen gravierende und von niemandem beabsichtigte Schwierigkeiten auslöse. Einige Praxen könnten dadurch in Existenzgefahr geraten. Deshalb brauche sein Ministerium die Daten "am besten gestern. Es ist jetzt dringend Eile geboten."
dpa
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