Politik

Neue Kraftwerke an Akw-Standorten: Rösler schmiedet Baupläne

Wenn der Atomausstieg wie geplant beschlossen wird, geht 2022 das letzte deutsche Akw vom Netz. Dann werden über kurz oder lang Flächen frei, für die Bundeswirtschaftsminister Rösler sich schon neue Verwendungen überlegt hat.

Einmal Kraftwerk, immer Kraftwerk.
Einmal Kraftwerk, immer Kraftwerk.(Foto: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler will neue Gas- und Kohlekraftwerke auf dem Gelände von Atommeilern errichten lassen. "Ich halte es für sehr klug, an bestehenden Standorten neue fossile Kraftwerke zu bauen", sagte der FDP-Politiker bei einem Energiekongress in Berlin.

Hier gebe es ja auch bereits eine Anbindung ans Stromnetz. Beim Bau dürfe aber nicht das komplette Planungsverfahren neu durchlaufen werden. "Wir brauchen ein weiteres Gesetz, ein Planungsbeschleunigungsgesetz", sagte Rösler. Der Neubau von Kraftwerken und Netzen sei dann aber nicht eine rein nationale Aufgabe, sondern müsse eine europäische sein und mit den Planungen der Nachbarländer verzahnt werden.

Die Regierungskoalition will am Donnerstag im Bundestag den Atomausstieg beschließen. Dabei soll das letzte deutsche Atomkraftwerk im Jahr 2022 vom Netz gehen. Sieben nach der Fukushima-Katastrophe bereits abgeschaltete Altmeiler und das Akw-Krümmel sollen nicht wieder Strom produzieren.

Als Ersatz für die AKW werden beschleunigt geplante Kohle- und vor allem Gaskraftwerke benötigt, die den schwankenden Anteil von Ökostrom ausgleichen sollen.

Schnitt bei Windkraftförderung

Kurz vor der Bundestagsabstimmung über das Energiepaket haben die Fraktionen von Union und FDP unterdessen noch Änderungen bei der Förderung von Windkraft an Land beschlossen. Die Vergütung von 9,02 Cent pro Kilowattstunde Strom soll nun doch statt um einen Prozentpunkt jährlich um 1,5 Prozentpunkte sinken - die Länder hatten sich gegen eine stärkere Kürzung angesprochen.

Daher kann es sein, dass sie diese Kürzung nicht mittragen und den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag anrufen werden. Im Gegenzug wurde aber nach Angaben der Unions-Fraktion beschlossen, den Bonus für Anlagen, die dank neuester Technik die Netzstabilität erhöhen, von 2,7 auf 4,8 Prozent zu erhöhen. Bei der Solarförderung scheiterten Wirtschaftspolitiker der Union mit dem Versuch, die Förderung weiter zu beschneiden.

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Quelle: n-tv.de

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