Politik

Gorleben braucht noch 25 JahreRöttgen will Fakten schaffen

15.03.2010, 13:18 Uhr
gorleben
Noch ist nicht geklärt, ob und inwieweit die Bundesregierung von Helmut Kohl 1983 Einfluss auf Wissenschaftler ausübte, die die Eignung von Gorleben als atomares Endlager prüfen sollten. (Foto: picture-alliance/ dpa)

In 20 bis 25 Jahren soll die Entscheidung fallen, ob der Salzstock in Gorleben als atomares Endlager taugt. So lange würden Vorbereitungs-, Genehmigungs- und Sicherheitsverfahren dauern, schätzt Bundesumweltminister Röttgen ein. Die Opposition kritisiert Röttgens Pläne.

Im Streit um ein mögliches Atom-Endlager Gorleben will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) jetzt Fakten schaffen. Insgesamt werde bis zur Entscheidung für ein atomares Endlager ein Zeitraum von 20 bis 25 Jahren erforderlich sein, sagte Röttgen in Berlin. Für die Vorbereitungsphase mit Genehmigungs- und Sicherheitsverfahren werde man noch die nächste Wahlperiode bis 2017 in Anspruch nehmen müssen. Das Verfahren der Standortsuche bleibe ergebnisoffen, Gorleben habe aber "oberste Priorität".

Sprächen die Sicherheitsanalysen gegen diesen Standort im niedersächsischen Wendland, kämen Alternativen in Frage, versicherte Röttgen. Diese sollten bereits in der Vorbereitungsphase begleitend diskutiert werden. Scharfe Kritik übte Röttgen an SPD und Grünen, die vor zehn Jahren einen Erkundungsstopp in Gorleben verhängt hatten. "Das Moratorium war Ausdruck der Verweigerung von Verantwortung", sagte der CDU-Politiker. Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warf Röttgen indes vor, er ignoriere geologische Realitäten ebenso wie die Sorgen der Bevölkerung.

Auch die SPD-Bundestagsfraktion kritisierte Röttgens Gorleben-Pläne. "Es ist ganz offensichtlich, dass die Atomindustrie hier die Feder geführt hat", sagte Fraktionsvize Ulrich Kelber den "Ruhr Nachrichten". "Alles spricht dafür, vor einer Entscheidung über die Erkundung den Abschlussbericht des Gorleben-Untersuchungsausschusses im Bundestag abzuwarten." Ende 2011 werde das Gremium diesen präsentieren.

Quelle: dpa