Montag, 24. Dezember 2007
Oh Gott!: Rüttgers Wertvorstellungen
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) kann sich eine funktionierende Gesellschaft ohne Religion nicht vorstellen. Er sagte in der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung": "Eine Gesellschaft ohne Werte funktioniert nicht. Unser Grundgesetz lebt von Werten, die die Verfassung selbst nicht vorgeben kann. Werte haben immer etwas mit Religion oder mit Gott zu tun, weil sie nur so legitimiert sind. Ohne diesen Bezug wären Werte nur eine formale, blutleere Verabredung von Spielregeln."
Gott sei schon allein deshalb für die Menschheit existenziell notwendig, damit sich der Mensch nicht zum Maß aller Dinge mache. "Unsere geschichtliche Erfahrung ist so, dass immer dann Menschen unterdrückt und ermordet wurden, und die Gesellschaft zutiefst inhuman wurde, wenn sich Menschen vergöttlicht haben", sagte Rüttgers.
Der CDU-Politiker sieht auch eine Rückkehr zu bürgerlichen Werten, was aber kein Zurück ins Biedermeier sei, sondern "ein Schritt zu einer neuen Modernität". Man wolle "in all der Unübersichtlichkeit unserer globalisierten Gesellschaft wieder einen festen Boden unter den Füßen und mehr Sicherheit bekommen".
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