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Gesprächsbereitschaft, die mit Seitenhieben gegen die Kiewer Regierung verknüpft ist: Sergej Lawrow.
Gesprächsbereitschaft, die mit Seitenhieben gegen die Kiewer Regierung verknüpft ist: Sergej Lawrow.(Foto: REUTERS)

Für "uneingeschränkte Waffenruhe": Russland verlangt weitere Ukraine-Gespräche

Ganz umsonst war die Berliner Krisenrunde zur Ukraine wohl doch nicht, denn Russlands Außenminister Lawrow spricht sich für weitere Verhandlungen aus. Bemerkenswert ist seine Äußerung hinsichtlich der Konzentration russischer Truppen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow dringt nach dem Berliner Krisentreffen mit seinen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier (Deutschland), Laurent Fabius (Frankreich) und Pawlo Klimkin (Ukraine) auf baldige erneute Gespräche über den Ukraine-Konflikt. Es sei bedauerlich, dass bei den Verhandlungen keine Einigung über eine Feuerpause erzielt worden sei, sagte Lawrow russischen Agenturen zufolge in Berlin. "Wir wollen eine uneingeschränkte Waffenruhe, aber die ukrainischen Kollegen rücken von ihren Bedingungen leider nicht ab", betonte er.

Lawrow schloss nicht aus, dass bei einem künftigen Treffen auch eine Vereinbarung unterzeichnet werden könnte. Solange jedoch die Führung in Kiew den Konflikt militärisch lösen wolle, hätten solche Gespräche keinen Sinn. Russlands Chefdiplomat warnte vor Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine. Dies würde allen Abmachungen widersprechen.

Konzentration russischer Truppen zugegeben

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Mit Nachdruck wies Lawrow erneut Vorwürfe der Kiewer Führung zurück, russisches Kriegsgerät würde illegal auf ukrainisches Territorium gebracht werden. Berichte über einen angeblich von der ukrainischen Armee zerstörten russischen Militärkonvoi seien "reine Fiktion". Er räumte aber eine hohe Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze ein. Dies diene allein der Sicherheit.

"Wenige Kilometer von dieser Grenze entfernt findet ein Krieg mit Artillerie, Luftwaffe und möglicherweise ballistischen Raketen statt. Da kann man nicht vorsichtig genug sein", sagte Lawrow. Einigung sei in Berlin über den russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine erzielt worden, meinte Moskaus Außenminister. Alle Probleme mit der Führung in Kiew und dem Roten Kreuz seien gelöst. "Ich rechne damit, dass diese Hilfe schon in allernächster Zukunft dort ankommt, wo sie gebraucht wird", unterstrich Lawrow.

Kiew vermeldet Geländegewinne

Derweil hat die ukrainische Armee im Osten des Landes nach eigenen Angaben weitere Gebiete von den prorussischen Separatisten zurückerobert. Ukrainische Soldaten hätten einen Belagerungsring um die von Rebellen besetzte Stadt Horliwka gezogen und einige kleinere Siedlungen übernommen, erklärte das Militär. Horliwka mit seinen mehr als 230.000 Einwohnern ist strategisch wichtig, weil es an der Hauptverbindungsstraße zwischen Donezk und Luhansk liegt. Diese beiden Großstädte sind noch in der Hand der Separatisten, allerdings haben Regierungstruppen Luhansk von der Außenwelt und der Versorgung weitgehend abgeriegelt und auch in der Stadt schon einige wichtige Stellungen wieder eingenommen.

Nahe dem Dorf Nowokateriniwka südöstlich von Donezk feuerten die Aufständischen nach Angaben der Armee offenbar mit dem russischen Raketensystem Uragan auf die Soldaten, wie das Militär erklärte. Es sei das erste Mal, dass bei den Kämpfen solch schlagkräftige Raketenwerfer eingesetzt worden seien. Zu Opfern machten weder die Armee noch die Rebellen Angaben. "Die Siedlungen Malaja Iwaniwka und Andrianiwka sind komplett gesäubert (von Rebellen)", erklärte das ukrainische Militär. "Der Weiler Altschewsk ist völlig abgeschnitten, Horliwka komplett blockiert". Die Aufständischen versuchten, aus den Ortschaften zu fliehen.

Attacke auf Flüchtlingskonvoi?

Die Regierung in Kiew beschuldigte die Separatisten, einen Flüchtlingskonvoi beschossen und "zahlreiche" Menschen getötet zu haben. Die Rebellen hätten die fliehenden Zivilisten nahe Lugansk mit aus Russland gelieferten Mörsern und Grad-Raketenwerfern beschossen, erklärte der ukrainische Armeesprecher Andrej Lyssenko. "Viele Zivilisten" seien bei dem Angriff auf einer Straße östlich der Stadt getötet worden, darunter Frauen und Kinder.

Den Angaben zufolge fand der Angriff im Norden von Luhansk zwischen Chriaschtschuwate und Nowoswitliwka statt. Der Konvoi sei dort in einem humanitären Korridor unterwegs gewesen, über den in zwei Tagen bereits mehr als 1800 Menschen aus Luhansk flohen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten Chriaschtschuwate zurückerobert, doch bei einem Gegenangriff der Rebellen seien die Flüchtlinge "mitten in die Kampfzone" geraten, sagte Lyssenko.

Quelle: n-tv.de

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