Freitag, 05. Januar 2007
Lachnummer von Wiesbaden: SPD vertrödelt Kandidatur
Die Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden wird im März ohne SPD-Kandidaten über die Bühne gehen. Die Sozialdemokraten haben versäumt, ihren Bewerber, den parteilosen früheren Stadtdekan Ernst-Ewald Roth, rechtzeitig anzumelden. Ein Sprecher der Stadt sagte am Freitag, die Frist sei am Donnerstag um 18.00 Uhr abgelaufen und könne nicht verlängert werden. Der Name des SPD-Kandidaten stehe nicht auf der Liste. "Es ist kein SPD-Vorschlag eingereicht worden."
Roth nannte die Situation "unfassbar" und zeigte sich "tief enttäuscht". Der Wiesbadener SPD-Vorsitzende Marco Pighetti erklärte den Rücktritt des kompletten Vorstands des SPD-Stadtverbandes. Wie es zu dem Versäumnis kam, blieb zunächst unklar. Damit gilt der CDU-Bewerber, der derzeitige Kämmerer Helmut Müller, als sicherer Sieger bei der Oberbürgermeisterwahl.
Die Wiesbadener SPD-Fraktionschefin Elke Wansner sagte: "Wir sind die Lachnummer der Stadt. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Blöder geht's nicht."
Die Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt ist zusammen mit der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl Ende Januar die wichtigste kommunalpolitische Entscheidung in Hessen vor der Landtagswahl Anfang 2008. Nach einer Krisensitzung der Parteispitze am Nachmittag sagte Pighetti, es sei nur schwer nachzuvollziehen, wie es zu der Panne kommen konnte. "Es gibt kein Vertun. Ich habe hierfür die volle Verantwortung."
Roth sagte, er werde sich wahrscheinlich auch künftig politisch engagieren und um politische Ämter bemühen. Einige Tage lang wolle er aber über seine berufliche und persönliche Zukunft nachdenken. "Ich bin persönlich traurig, trauriger als bei einer Wahlniederlage", sagte er. Roth war als Stadtdekan einer der höchsten katholischen Geistlichen Hessens und hatte um die Entbindung von dem kirchlichen Amt gebeten, nachdem er sich zur Kandidatur entschlossen hatte. Die SPD wirbt seit Monaten mit Plakaten und Veranstaltungen für ihren Kandidaten Roth.
Der derzeitige CDU-Oberbürgermeister Hildebrand Diehl scheidet aus Altersgründen aus. Für die Nachfolge bewerben sich laut Liste neben Müller noch vier weitere Kandidaten, darunter die Kulturdezernentin Rita Thies für die Grünen. Eine Wahlempfehlung der SPD für die Grüne nannten SPD-Mitglieder aber wegen der Jamaika-Koalition in der Stadt wenig wahrscheinlich. Eine offizielle Entscheidung der Partei werde erst später fallen. Am kommenden Freitag (12. Januar) entscheidet der Wahlausschuss offiziell über die Zulassung der Vorschläge.
Politik
-
Kleine Runde beim Berlinale-Empfang
Filmszene lässt Wulff im Stich
-
Mission ist beendet
Arabische Liga bricht mit Syrien
-
Duisburg schickt OB in die Pension
Sauerland ist abgewählt
-
Geld für Griechenland
Seehofer will Volk fragen
-
Streit um Länderfinanzausgleich
Kretschmann würde vermitteln
-
Laufzeitverlängerung
Frankreich hält an AKW fest
-
Vorwurf der Datenlöschung
BKA setzt sich zur Wehr
-
Tage des Durchatmens
Romney siegt zweifach
-
Arabische Liga berät über Vorgehen
Iran pumpt Geld nach Syrien
-
Vorstoß aus der CDU
Kinderlose sollen zahlen
-
Sieg bei CPAC-Konferenz und in Maine
Romney gewinnt doppelt
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
