Politik

Neuer tibetischer Exil-Premier vereidigtSangay übernimmt Amtsgeschäfte

08.08.2011, 10:11 Uhr
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Lobsang Sangay (l) und der Dalai Lama während der Vereidigungszeremonie am Sitz der tibetischen Exil-Regierung in Dharamsala. (Foto: dpa)

Der neue Premierminister der tibetischen Exilregierung legt Punkt 09.09 Uhr Ortszeit seinen Amtseid ab. Die Zahl 9 soll laut chinesischer Astrologie Lobsang Sangay Glück bringen. An der Zeremonie im Tsuglagkhang-Tempel nimmt auch der Dalai Lama teil.

Die tibetische Exil-Regierung steht vor einem Generationenwechsel. Lobsang Sangay, ein 43-jähriger Jurist von der Harvard-Universität, ist als neuer Premierminister vereidigt worden. Der in den USA lebende Völkerrechtsexperte legte um genau 09.09 Uhr (Ortszeit) vor Gästen aus dem In- und Ausland im indischen Dharamsala seinen Amtseid ab. Die Zahl 9 soll laut chinesischer Astrologie Glück bringen. An der Zeremonie im Tsuglagkhang-Tempel nahm auch der Dalai Lama teil.

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Das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddisten hatte schon im Frühjahr den Rückzug aus dem politischen Tagesgeschäft angekündigt. (Foto: AP)

"Das ist eine historische Veränderung", sagt der Präsident des Exil-Parlaments, Penpa Tsering. Nicht nur, weil Sangay fast 30 Jahre jünger als sein Vorgänger Samdhong Rinpoche ist, sondern auch weil er mehr Einfluss haben wird. Rinpoche hatte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl gestellt.

Lobsang Sangay, der seine Heimat noch nie gesehen hat, war im März von 55 Prozent der weltweit rund 83.000 stimmberechtigten im Exil lebenden Tibeter gewählt worden. Nach dem Wahlsieg hatte der 43-Jährige angekündigt, der politischen Linie des Dalai Lama zu folgen und für die Tibeter "echte Autonomie" mit kulturellen und religiösen Freiheiten innerhalb Chinas zu fordern. Dem Chef der tibetischen Exilregierung kommt künftig eine stärkere Rolle zu, weil der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, seine politischen Funktionen niederlegt. Insgesamt ist die Macht der Exilregierung aber beschränkt. Bisher erkannte kein Staat sie als legitime Vertretung der Tibeter an.

Sein Kabinett will Sangay Mitte September vorstellen, wenn die Abgeordneten des neu gewählten Exilparlaments erstmals zusammentreten werden.

Quelle: dpa/AFP