Ypsilantis Wortbruch ein ProblemSchäfer-Gümbel übt leise Kritik
Der Spitzenkandidat der hessischen SPD für die Landtagswahlen im Januar, Thorsten Schäfer-Gümbel, distanziert sich weiter von seiner Vorgängerin und Landes-SPD-Chefin Andrea Ypsilanti.
Der Spitzenkandidat der hessischen SPD für die Landtagswahlen im Januar, Thorsten Schäfer-Gümbel, geht langsam auf Distanz zu seiner Vorgängerin Andrea Ypsilanti. Dass seine Partei trotz früherer Versprechen ein Bündnis mit der Linkspartei angestrebt habe, sei falsch gewesen, sagte der 39-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". "Der Fehler war der Wortbruch", so Schäfer-Gümbel.
In einer gemeinsamen Erklärung bestritten Ypsilanti und Schäfer-Gümbel allerdings Meinungsverschiedenheiten und erteilten allen Personaldebatten in der Hessen-SPD eine Absage. Auch sei die Debatte müßig, ob die Absage an die Linken vor der letzten Landtagswahl oder die Kehrtwende danach ein Fehler gewesen sei, heißt es darin.
Ypsilanti hatte wiederholt nicht den Wortbruch als Fehler benannt, sondern lediglich die vor der Wahl getroffene Entscheidung, ein Bündnis mit der Linken auszuschließen.
Pro und contra Ypsilanti
Einen Verzicht Ypsilantis auch auf den Landesvorsitz lehnt Schäfer-Gümpel ab. "Sie hat für die SPD insgesamt viel Gutes erreicht, unter anderem durch das mutige Programm, das sie entwickelt hat", erklärte Thorsten Schäfer-Gümbel im vergangenen Monat gegenüber n-tv.de. Am Sonntag legte er in einem Brief an die Partei nach: "Das Nachtreten muss aufhören." Ypsilanti halte ihm auf seinen ausdrücklichen Wunsch als Landes- und Fraktionsvorsitzende den Rücken frei und überlasse die Arbeit in einer schwierigen Situation nicht nur anderen, schrieb Schäfer-Gümbel an die Mitglieder. Nach der Wahl am 18. Januar lade er zu einem breiten Dialog über die Erfahrungen und Konsequenzen aus dem Wahlergebnis ein.
Andere Genossen wollen dagegen einen Neuanfang auch an der Parteispitze durchsetzen. Nach Informationen der "FAZ" und des "Darmstädter Echos" haben 16 Sozialdemokraten vor allem aus Südhessen einen Aufruf unterzeichnet, in dem Ypsilanti und der Parteivorstand zum Rücktritt aufgefordert werden.