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Mittwoch, 30. August 2017

"Ich werde das tun": Schröder verteidigt Einstieg bei Rosneft

Trotz aller Kritik - auch aus der eigenen Partei - hält Altkanzler Schröder an seinen Plänen fest, einen Posten im Aufsichtsrat des halbstaatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft zu übernehmen. Moralische Bedenken hat er nicht. Er betont seine Unabhängigkeit.

Altkanzler Gerhard Schröder will trotz harscher Kritik das Angebot annehmen, in den Aufsichtsrat des russischen Ölkonzerns Rosneft einzuziehen. "Ich werde das tun. Es geht um mein Leben, und darüber bestimme ich - und nicht die deutsche Presse", sagte Schröder am Abend bei einem Wahlkampfauftritt im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme. Er wolle dabei mithelfen, die Energiesicherheit Deutschlands und Europas zu sichern.

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Ob er bei Rosneft sogar den Vorsitz des Aufsichtsrates übernehmen soll, wie russische Medien berichteten, ließ Schröder offen. Der Sozialdemokrat erklärte zu seinen Beweggründen, es sei aus ökonomischen und politischen Gründen nicht vernünftig, Russland zu isolieren. "Die Dämonisierung Russlands hilft keinem." Rosneft sei keineswegs "der verlängerte Arm der russischen Regierung", sagte Schröder.

So seien auch British Petroleum (BP), Katar oder Glencore an dem weltgrößten Ölkonzern beteiligt. Das neunköpfige Aufsichtsgremium (Board) sei nicht russisch dominiert. Auf die Frage, ob er nicht fürchte, von Russlands Präsident Wladimir Putin als Aushängeschild bei Rosneft benutzt zu werden, antwortete Schröder: "Ich bin nicht benutzbar." Er habe auch nicht den Eindruck, dass Putin dies mit ihm vorhabe. Gegen Rosneft wurden wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim EU-Sanktionen verhängt.

Breite Kritik an Schröders Plänen

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte sich von Schröders Plänen distanziert. Er hatte argumentiert, dass ein früherer Kanzler "immer nur bedingt ein Privatmann ist". Kritik kam auch von der Opposition. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hatte gefordert, die SPD müsse sich entscheiden: "Steht Sie für verantwortungsvolle Außenpolitik in Europa oder für Putin-Lobbyismus?"

Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge soll der neue Rosneft-Verwaltungsrat auf einer Aktionärsversammlung am 29. September gewählt werden. Dem Gremium sitzt bisher Andrej Belussow vor, der Wirtschaftsberater von Putin ist. Putin und Schröder verbindet eine langjährige Freundschaft.

Quelle: n-tv.de

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