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Der Bund stellt von 2017 bis 2020 den Ländern weitere 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung, um 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen.
Der Bund stellt von 2017 bis 2020 den Ländern weitere 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung, um 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen.(Foto: picture alliance / Christian Cha)
Donnerstag, 23. März 2017

Flüchtlinge und Geburtenanstieg: Schwesig will 100.000 Kita-Plätze schaffen

Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder in Deutschland wächst. Der Bund will deswegen das Angebot an Kita-Plätzen ausbauen. Mehr als eine Milliarde Euro sollen dafür locker gemacht werden. Bei der Opposition stößt dieser Betrag jedoch auf Verwunderung.

Mit mehr als einer Milliarde Euro will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig 100.000 zusätzliche Kita-Plätze schaffen. "Durch die steigende Geburtenrate und die Integration von Kindern mit Fluchthintergrund wächst der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter", erklärte Schwesig. Kritiker warfen der Ministerin vor, ihre Pläne reichten nicht aus.

Der Bundestag befasste sich in erster Lesung mit dem Gesetzentwurf zum weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung. Demnach stellt der Bund von 2017 bis 2020 den Ländern weitere 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung, um 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Im Gegensatz zu früheren Programmen sollen damit auch Plätze für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt gefördert werden.

"Immer mehr Familien wünschen sich qualitativ gute Angebote der Kindertagesbetreuung, denn sie verbessern die Bildungschancen aller Kinder von Anfang an und ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", teilte Schwesig mit. "Leider stehen noch nicht ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung."

Grüne kritisieren Pläne als unzureichend

Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner erinnerte die Ministerin daran, dass sie im vergangenen Herbst noch 1,7 Milliarden Euro zusätzlich für die Kindertagesbetreuung angekündigt hatte. "Trotz hoher Haushaltsüberschüsse gibt es deutlich weniger Geld für die Kitas, als noch im vergangenen November von Frau Schwesig angekündigt", sagte die Grünen-Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik. "Das ist traurig - wir brauchen mehr Kitas, aber auch eine bessere Qualität in den Kitas."

Wachsende Geburtenraten und die nach Deutschland gekommenen Flüchtlingskinder machten den Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen dringend notwendig, erklärte die Sozialpolitik-Expertin der Diakonie Deutschland, Maria Loheide. "Die vom Bund in Aussicht gestellten Finanzmittel werden allerdings nicht ausreichen, den quantitativen Bedarf zu decken und gleichzeitig die Qualität der Kitas zu verbessern."

Quelle: n-tv.de

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