Samstag, 28. Februar 2009
Kein Waffenstillstand: Sieg über Taliban in Pakistan
Die pakistanische Armee hat eigenen Angaben zufolge in einer monatelangen Offensive die radikalislamischen Taliban aus einem an Afghanistan angrenzenden Stammesgebiet vertrieben. Die Taliban hätten ihren Zusammenhalt in der Region Bajaur verloren, sagte Generalmajor Tariq Khan vor aus der Hauptstadt Islamabad eingeflogenen Journalisten in Khar.
Ein von den Taliban am Montag verkündeter Waffenstillstand habe nur dazu gedient, das Gesicht zu wahren. Die Armee sei darauf nicht eingegangen, sagte Khan. "Der Widerstand hat sich aufgelöst, es gibt ihn nicht mehr." Unter den Taliban seien zur Hälfte Afghanen gewesen, aber auch Sudanesen und Ägypter seien getötet worden.
Waffenstillstand im Swat-Tal
Bajaur liegt in der Nähe des Swat-Tals, in dem die pakistanische Regierung eine umstrittene Waffenruhe mit den Islamisten geschlossen hat. Zuvor hatte die Regierung der Nordwest-Grenzprovinz, in dem das Tal liegt, und die Extremisten ein Abkommen über die Einführung der islamischen Rechtsprechung (Scharia) im Swat-Tal und weiteren Distrikten der Region Malakand unterzeichnet.
Khan zufolge starben bei den sechs Monate dauernden Kämpfen 97 Soldaten, 400 wurden verwundet. Durch Artilleriefeuer und Beschuss aus der Luft wurden nach Angaben der Zivilverwaltung 1600 Aufständische getötet, 150 Zivilisten kamen ums Leben. Die halbautonomen Stammesgebiete im Nordwesten Pakistans sind nach dem US-geführten Einmarsch in Afghanistan im Jahr 2001 zu einem Rückzugsgebiet der Taliban geworden. Die Regierung in Islamabad wertet die Offensive in Bajaur als Beweis für ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Islamisten, während ihr Washington und Kabul vorwerfen, nicht genug gegen deren Einsickern nach Afghanistan zu unternehmen.
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