Kein Gnadengesuch an LukaschenkoStatkevich verletzt in Klinik
Der weißrussische Oppositionspolitiker Nikolai Statkevich befindet sich im Krankenhaus. Nach Angaben seiner Tochter hat er einen schweren Unfall erlitten - offenbar, weil er sich geweigert hatte, ein Gnadengesuch an Staatschef Lukaschenko zu schreiben.
Der weißrussische Oppositionspolitiker Nikolai Statkevich hat nach Angaben seiner Tochter Katja einen schweren Unfall erlitten. Statkevich befindet sich in Gefangenschaft, er war Ende Mai zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Der Unfall sei im Sägewerk des Häftlingslagers passiert, Statkevich sei schwer am Arm verletzt und befinde sich derzeit im Krankenhaus. Katja Statkevich beruft sich auf "informelle, jedoch zuverlässige Quellen". Demnach sei es "kein zufälliger Unfall" gewesen, sondern die Folge von Folter, weil ihr Vater es abgelehnt habe, ein Gnadengesuch an den weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko zu schreiben.
Statkevich ist der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Weißrusslands und einer von mehreren Oppositionellen, die bei der Wahl am 19. Dezember 2010 gegen Lukaschenko angetreten waren. Die meisten von ihnen sind seither verurteilt worden.
Erst vor wenigen Tagen hatte die EU Lukaschenko aufgefordert, die politischen Häftlinge zu entlassen und zu rehabilitieren.