Montag, 14. September 2009
Duell ohne echten Sieger: Steinmeier kann punkten
In den Umfragen kurz nach Ende des TV-Duells kann mal die Kanzlerin, mal der SPD-Kandidat mehr überzeugen. Insgesamt holt Steinmeier aber im direkten Vergleich mit Merkel auf.
Wie kommen sie an? Diese Frage beschäftigt Umfrageinstitute, Parteien und die zuschauer am Abend des TV-Duells.
(Foto: dpa)
Zwei Wochen vor der Bundestagswahl haben sich weder Kanzlerin Angela Merkel noch ihr Herausforderer Frank-Walter Steinmeier im einzigen TV-Duell entscheidende Vorteile verschaffen können. Umfragen mehrerer Fernsehsender sahen die Kandidaten unmittelbar nach dem anderthalbstündigen Auftritt bei der Frage nach dem Gewinner gleichauf. Bei den unentschiedenen Wählern lag allerdings SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier leicht vorne. In einer RTL-Umfrage sagten nur 14 Prozent, das Duell habe ihre Wahlentscheidung beeinflusst, 84 Prozent verneinten dies.
In derselben Umfrage sprachen sich 37 Prozent für die CDU-Vorsitzende Merkel als Gewinnerin des Duells aus, 35 Prozent sahen Steinmeier vorne. Auch in einer ARD-Blitzumfrage gab es ein Unentschieden. Dort sahen 42 Prozent Merkel alles in allem besser, 43 Prozent ihren Herausforderer. Im ZDF erklärten 28 Prozent Merkel zur Siegerin, 31 Prozent votierten für Steinmeier. Bei den Unentschlossenen sahen hier allerdings 34 Prozent Steinmeier als Sieger und nur 18 Prozent Merkel vorne. Auch in der ARD nannten von 300 befragten Unentschlossenen 45 Prozent Steinmeier als Sieger und 37 Prozent Merkel.
Steinmeier sympathischer
Mit 58 Prozent ist eine überwiegende Mehrheit der für RTL Befragten der Ansicht, Merkel sei besser geeignet, das Land zu führen, 28 Prozent nannten hier Steinmeier. Beim SPD-Kandidaten sahen allerdings 42 Prozent die besseren Argumente, bei Merkel waren es 40 Prozent. Mehr Kompetenz in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik hat demnach für 48 Prozent Merkel, 39 Prozent nannten hier Steinmeier. Allerdings fanden 44 Prozent den SPD-Kandidaten sympathischer und 39 Prozent die CDU-Chefin.
Nach Erkenntnissen der ARD konnte der SPD-Kandidat auch die Anhänger der eigenen Partei besser mobilisieren: Demnach fühlten sich nach dem Duell 64 Prozent der Unionswähler und 75 Prozent der SPD-Wähler in ihrer Haltung bestärkt.
rts/AFP
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