Konjunkturbelebung im dritten QuartalSteuern sprudeln (noch)

Im September nehmen Bund und Länder 49 Milliarden Euro an Steuern ein. Das sind 7,3 Prozent mehr als im August. Auch im Vorjahresvergleich steigen die Einnahmen. Das Finanzministerium verweist zur Begründung auf die gute Konjunktur - erwartet aber gleichzeitig deren Abschwächung.
Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im September wieder stärker gestiegen. Sie lagen mit knapp 49 Milliarden Euro um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, teilte das Bundesfinanzministerium mit. Im August hatte es ein Plus von 4,0 Prozent gegeben. Von Januar bis September nahmen Bund und Länder damit fast 382 Milliarden Euro ein - 8,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Die Kassen klingelten vor allem wegen des stark steigenden Aufkommens aus der Lohnsteuer, das um 9,6 Prozent zulegte. Der Staat profitiert dabei von der steigenden Beschäftigung und höheren Löhnen. Die Einkünfte aus den Umsatzsteuern kletterten um 5,1 Prozent.
Künftig "eine deutlich ruhigere Gangart"
Dazu trug die Konjunkturbelebung im dritten Quartal bei. "Die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland hat in den Sommermonaten wieder an Dynamik gewonnen", schrieb das Ministerium in seinem Monatsbericht. Allerdings werde die deutsche Wirtschaft künftig "eine deutlich ruhigere Gangart" einlegen. Experten sagen für das dritte Quartal ein Wachstum von 0,5 Prozent voraus, rechnen aber am Jahresende nur noch mit einem Plus von 0,1 Prozent.
Nach langem Streit hatte die Bundesregierung am Donnerstag . Mit dem Geld will sie die kalte Progression bekämpfen, die den Steuerzahlern nach Lohnerhöhungen immer mehr Geld aus den Taschen zieht. Durch die Entlastung erhofft sich die Regierung auch einen zusätzlichen Schub für die Konjunktur, die zunehmend unter der Schwäche der Weltwirtschaft leidet. Allerdings hatte CSU-Chef Seehofer Bedenken angekündigt.