Mittwoch, 22. Dezember 2010
"Bisher größte Übung dieser Art": Südkorea will wieder schießen
Inmitten der sich abzeichnenden leichten Entspannung im Korea-Konflikt kündigt der Süden sein bislang größtes Militärmanöver nahe der Grenze zum Norden an. Hunderte Soldaten, Artilleriegeschütze, Kampfjets und Panzer sollen eingesetzt werden. Beobachter vermuten, dass dies den Norden nicht erfreuen wird.
Südkoreanische Kampfjets: Auch die Luftwaffe wird an der Übung beteiligt sein.
(Foto: dpa)
Zwei Tage nach Militärübungen nahe der umstrittenen innerkoreansichen Seegrenze hat Südkorea eine großangelegte Schießübung unweit der Landesgrenze zu Nordkorea angekündigt. Die eintägige Übung von Heeres- und Luftwaffeneinheiten soll an diesem Donnerstag in Pochon stattfinden, das nur etwa 20 Kilometer südlich der Grenze liegt. Es sei die bisher größte Übung dieser Art geplant, teilte ein Armeesprecher in Seoul mit. Einen Monat nach dem Angriff Nordkoreas auf eine seiner Inseln im Gelben Meer will Südkorea damit erneut militärische Stärke demonstrieren. Beobachter erwarten, dass Nordkorea wütend reagieren wird.
Bei der Übung sollen mehrere Hundert Soldaten teilnehmen und neben Artilleriegeschützen auch Kampfjets und Panzer eingesetzt werden. Auf einem Truppenübungsgelände in Pochon werden regelmäßig Manöver abgehalten. Seit der Übung auf der grenznahen Insel Yonpyong am Montag sind die Streitkräfte jedoch weiterhin in Bereitschaft, um auf eventuelle Provokationen Nordkoreas vorbereitet zu sein.
Die eineinhalbstündige Artillerieübung auf Yonpyong war ohne Zwischenfall zu Ende gegangen. Nordkorea hatte zuvor tagelang massive Drohungen an die Adresse Seouls ausgesprochen. Nach den Übungen hatte die nordkoreanische Volksarmee zurückhaltend reagiert. Es lohne nicht, "auf jede verachtenswerte Provokation" mit einem Gegenschlag zu antworten, hatte es geheißen. Beim Granatenbeschuss Yonpyongs am 23. November waren vier Südkoreaner getötet worden.
Unterdessen hatte sich Nordkorea nach Aussage von US-Gouverneur Bill Richardson bereiterklärt, wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) ins Land zu lassen. Der inoffizielle US-Gesandte erklärte, Nordkorea habe bei seinen Gesprächen eine pragmatische Einstellung an den Tag gelegt. Er äußerte zudem die Ansicht, das nordkoreanische Angebot könne zu einer Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche zum Atomprogramm Nordkoreas führen. An den Gesprächen sind neben den beiden koreanischen Staaten die USA, Russland, Japan und China beteiligt.
dpa/rts
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