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Politik

Sonntag, 26. Oktober 2008

Streit mit McCains Beratern: Sündenbock Palin

Im Wahlkampfteam der US-Republikaner sind nach einem Medienbericht interne Streitigkeiten um Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin ausgebrochen. Die Gouverneurin von Alaska beschuldige die Berater von Präsidentschaftskandidat John McCain, sie bereits im Voraus für eine mögliche Niederlage bei den Wahlen am 4. November verantwortlich zu machen, berichtete das Internetmagazin Politico. Anhänger der Gouverneurin von Alaska sehen demnach vor allem McCains Chefstrategen, Steve Schmidt, als Urheber der parteiinternen Kritik an Palin.

Die Webseite berief sich auf vier Personen aus dem engeren Umfeld Palins. Demnach ist die Gouverneurin von Alaska erbost über Äußerungen aus dem republikanischen Beraterstab über einige ihrer verbalen Entgleisungen. Die Vize-Kandidatin sei deshalb mehr und mehr entschlossen, die Ratschläge der Berater nicht mehr zur berücksichtigen. Ein Vertreter der Republikaner sagte laut Politico, Palin habe bereits mehrere Erklärungen in ihrem Wahlkampf im Alleingang getroffen.

Belastung für McCain

Palin ist zunehmend zur Belastung für McCain geworden, der in Umfragen deutlich hinter seinem demokratischen Rivalen Barack Obama zurückliegt. Unter anderem steht die Gouverneurin von Alaska unter dem Verdacht, ihre Macht missbraucht zu haben, als sie ihren Sicherheitschef entließ. Ein Untersuchungsausschuss hatte befunden, dass die Gouverneurin den Mann drängte, einen Polizisten zu entlassen. Der Polizist war mit Palins Schwester verheiratet und befand sich damals in einem äußerst kontroversen Scheidungsverfahren. Auch die Affäre um Palins teure Garderobe während des Wahlkampfs macht den Republikanern zu schaffen.

Zu der Machtmissbrauchs- und Entlassungsaffäre um ihren Sicherheitschef wurde Palin erneut unter Eid befragt. Wie US-Medien berichteten, sagte die Gouverneurin von Alaska am Freitag auf eigenen Wunsch vor der Personalkommission des Bundesstaates aus. Palins Anwalt zufolge gab die US-Vizekanidatin der Kommission drei Stunden lang detaillierte Auskunft.

Die Kommission sollte der Frage nachgehen, ob Palin ethische Standards verletzte, als der Sicherheitschef von Alaska, Walt Monegan, im Juli seinen Sessel räumen musste. Zu diesem Schluss war der parlamentarische Untersuchungsausschuss in Alaska Mitte Oktober gekommen. Palin hatte dem Ausschuss dagegen vorgeworfen, eine politische Kampagne gegen sie zu führen und eine zweite Untersuchung beantragt.

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