Montag, 14. Januar 2008
Ärzte wollen 10 Prozent mehr Geld: Tarifverhandlungen beginnen
Für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern beginnen in Düsseldorf die Tarifverhandlungen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) fordert im Schnitt Einkommenssteigerungen von 10,2 Prozent sowie eine sofortige Anhebung der Ost-Gehälter auf West-Niveau. Die Arbeitgeber warnen vor weiteren Kostensteigerungen. Jeder Prozentpunkt Einkommenserhöhung werde zu einem weiteren Arbeitsplatzabbau, zum Verkauf oder sogar zur Schließung von Kliniken führen. In den vergangenen zehn Jahren seien in allen Krankenhäusern mehr als 150.000 Arbeitsplätze abgebaut worden, vor allem in der Pflege.
Der Marburger Bund hatte 2006 nach langen Streiks einen eigenen Tarifvertrag für Mediziner an kommunalen Kliniken durchgesetzt und den Tarifverbund im Öffentlichen Dienst verlassen. Für die übrigen Beschäftigten an den Krankenhäusern wird im Rahmen der allgemeinen Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst verhandelt.
Die Ärzteorganisation kritisierte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in der Januar-Ausgabe des "Behörden Spiegels" scharf: ver.di-Chef Frank Bsirske solle sich um die eigene Klientel kümmern. "Seine Baustelle, das sind die Pflegekräfte", so kommentierte Marburger-Bund-Sprecher Athanasias Drougias Bsirskes Aufforderung, dass die Ärzte bei der bevorstehenden Tarifrunde zu einem gemeinsamen Vorgehen mit den übrigen Beschäftigten zurückfinden sollten. Drougias sagte: "Für die Ärzte spricht der Marburger Bund. Ver.di ließ die Ärzte während der letzten Tarifrunde im Regen stehen. Aber auch die Pflegekräfte." Bis 2005 war ver.di für gemeinsame Tarifverträge verantwortlich.
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