Samstag, 10. November 2007
Klimaschutz und Sicherheit: Tempo 120 gefordert
Das Umweltbundesamt hat eine zügige Einführung von Tempo 120 auf Autobahnen gefordert. "Ein Tempolimit brächte erhebliche Fortschritte in Sachen Klimaschutz und Verkehrssicherheit", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, der "Berliner Zeitung".
Nach seiner Schätzung ließen sich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 Stundenkilometer annähernd drei Millionen Tonnen klimaschädigendes Kohlendioxid im Jahr einsparen. Dies wären dem Bericht zufolge etwa zehn Prozent aller auf Autobahnen entstehenden Emissionen. "Es wäre nicht richtig, auf dieses Minderungspotenzial zu verzichten", sagte Troge.
Das Umweltbundesamt geht mit seiner Forderung noch über die des jüngsten SPD-Parteitages hinaus, der sich für ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern ausgesprochen hatte. Troge betonte, dass der Klimaeffekt eines Tempolimits "deutlich größer sein dürfte als bislang gedacht". Denn die Fahrleistungsdaten, auf denen die Berechnungen des Umweltbundesamtes bislang beruhen, seien mittlerweile über zehn Jahre alt. Seitdem seien die Fahrzeuge noch leistungsstärker geworden, und die Durchschnittsgeschwindigkeiten seien weiter gestiegen, sagte Troge.
Troge forderte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf, seine ablehnende Haltung aufzugeben und rasch neue Statistiken erheben zu lassen. "Wenn wir seriös über ein Tempolimit diskutieren wollen, dass sollten wir das auf Basis gesicherter Erkenntnisse tun", verlangte er.
Im Umweltbundesamt sei man verärgert, dass die dafür eigentlich zuständige Bundesanstalt für Straßenwesen die Untersuchungen über die Wirkungen eines Tempolimits verschleppe, schreibt die Zeitung. Die Behörde ist Tiefensee unterstellt.
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