Politik
Donnerstag, 18. August 2011

Richter bleiben ungerührt: Timoschenko bekommt Flecken

Ex-Regierungschefin Timoschenko steht in der Ukraine vor Gericht und muss wegen "anhaltender Störungen" in U-Haft sitzen. Seit zwei Wochen versucht sie, das Gericht zu einer Haftverschonung zu bewegen. Bislang erfolglos. Jetzt soll sie an einer geheimnisvollen Krankheit leiden: Blaue Flecken. Untersuchen lassen will sie sich aber nur von einem Arzt ihres Vertrauens.

Aktuelle Fotos aus dem Gerichtssaal liegen nicht vor.
Aktuelle Fotos aus dem Gerichtssaal liegen nicht vor.(Foto: AP)

Die seit Anfang August in Untersuchungshaft sitzende frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko leidet nach Angaben ihres Anwalts unter einer "geheimnisvollen Krankheit". Es gebe "beunruhigende Symptome", die sich "keiner bekannten Krankheit" zuordnen ließen, sagte Verteidiger Juri Suchow bei der Fortsetzung des Prozesses gegen Timoschenko in Kiew. Er forderte, dass ein Arzt ihres Vertrauens seine Mandantin untersuchen dürfe. Eine Untersuchung durch Gerichtsmediziner lehnt Timoschenko strikt ab.

Timoschenkos Vertrauter Alexander Turtschinow sagte, ihr Gesundheitszustand habe sich am Vortag "plötzlich verschlechtert". Sie sei nicht einmal mehr in der Lage gewesen, "kurze Spaziergänge" im Hof des Untersuchungsgefängnisses zu unternehmen. "Aus unbekannten Gründen haben sich auf ihrem gesamten Körper blaue Flecken gebildet", beschrieb der Abgeordnete Timoschenkos Symptome. Journalisten konnten im Gerichtssaal allerdings keine Auffälligkeiten an ihr feststellen.

Timoschenko steht wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht. In dem Prozess geht es um Gasabkommen, die während ihrer Regierungszeit im Jahr 2009 mit Russland geschlossen wurden und laut Anklage für Kiew äußerst ungünstig waren. Timoschenko soll sie ohne Zustimmung des Kabinetts unterzeichnet und damit ihre Befugnisse überschritten haben. Sie weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Dass Timoschenko in Untersuchungshaft genommen wurde, begründete das Gericht mit anhaltenden Störungen während des Prozesses.

Quelle: n-tv.de

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