Montag, 28. Dezember 2009
Täter an der Spitze der Prozession: Tote bei Aschura-Fest
Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Prozession zum schiitischen Aschura-Fest in der südpakistanischen Hafenmetropole Karachi kommen mindestens 20 Menschen ums Leben.
Am höchsten Feiertag der Muslime schiitischen Glaubens kommt es in Karachi zu einem Anschlag auf die Prozession.
(Foto: dpa)
Wie der Polizeichef der Stadt, Waseem Ahmed, mitteilte, wurden außerdem mindestens 80 Menschen verletzt, als der Täter an der Spitze des Zuges inmitten der Gläubigen seinen Sprengstoff zündete.
Nach dem Anschlag kommt es zu Straßenschlachten; auch Polizeiautos gehen in Flammen auf.
(Foto: REUTERS)
Nach dem Anschlag lieferten sich wütende Schiiten Straßenschlachten mit Polizisten. Autos und Geschäfte gingen in Flammen auf. Kämpfe im Grenzgebiet zu Afghanistan forderten unterdessen mehr als 30 Tote.
Mit dem Aschura-Fest, das am zehnten Tag des Trauermonats Muharram stattfindet, erinnern die Schiiten an den Tod von Imam Hussein.
(Foto: dpa)
Die Behörden hatten in Karachi mehr als 10.000 Polizisten und Soldaten zusammengezogen, um die Aschura-Feierlichkeiten zu schützen. Mit dem Aschura-Fest gedenken schiitische Muslime ihres Märtyrers Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed.
Die Gläubigen empfinden unter Klagen und Weinen die Leiden Husseins nach, zum Teil mit blutigen Selbstgeißelungen.
(Foto: REUTERS)
Etwa 20 Prozent der 170 Millionen Pakistaner sind Schiiten. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist sunnitischen Glaubens. Zwischen den Anhängern der beiden Glaubensrichtungen kommt es immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen. Erst am Sonntag waren bei einem Anschlag auf eine schiitische Prozession im pakistanischen Teil Kaschmirs zehn Menschen getötet worden.
Bei einem Feuergefecht im Stammesgebiet Süd-Waziristan starben zwei Soldaten und 15 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban. Wie die Armee mitteilte, hatten die Aufständischen einen Militärposten angegriffen. Im nördlich gelegenen Stammesgebiet Orakzai wurden nach Medienberichten 15 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Angehörigen einer regierungstreuen Stammesmiliz und Taliban getötet. In den Taliban-Hochburgen an der afghanischen Grenze führt das Militär seit Oktober eine Großoffensive gegen die Extremisten.
dpa
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