Politik

CSU in schlechtem WetterTrio will nicht putschen

03.04.2008, 16:37 Uhr

Der frühere bayerische Ministerpräsident Stoiber, Bundesagrarminister Seehofer und Bayerns Europaminister Söder haben Berichte über Putsch-Pläne gegen CSU-Chef Huber zurückgewiesen.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, Bundesagrarminister Horst Seehofer und Bayerns Europaminister Markus Söder haben Berichte über Putsch-Pläne gegen CSU-Chef Erwin Huber zurückgewiesen. An diesem Freitag kommt der CSU-Vorstand in Wildbad Kreuth zu einer Klausurtagung zusammen. Dabei soll der Kurs bis zur bayerischen Landtagswahl am 28. September abgesteckt werden.

Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) mahnte seine Partei im Vorfeld des Treffens erneut zu Geschlossenheit. Beckstein sagte, die CSU müsse den Blick nach vorne richten und auch bei schlechtem Wetter Kurs halten. Dazu soll auch die zweitägige Klausurtagung dienen. Daran wird auch Stoiber teilnehmen, der inzwischen nur noch CSU-Ehrenvorsitzender ist. Aus seiner Erfahrung werde Stoiber "einen Beitrag leisten, wie die CSU auch künftig ihre Erfolge fortsetzen könne", erklärte sein Sprecher in München.

Zu einem Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach in der CSU über ein "Verschwörungstrio" aus Stoiber, Seehofer und Söder spekuliert werde, sagte der Sprecher: "Sie werden doch nicht glauben, dass ausgerechnet Edmund Stoiber ein Putschist ist." Seehofer sprach in der "Passauer Neuen Presse" von "bösartigem Schmarrn". "Man glaubt nicht, was sich die Menschen einfallen lassen, wenn sie Schwachsinn unter die Leute bringen wollen." Söder nannte die Meldung absurd. Beckstein sagte, darüber lohne es sich nicht ernsthaft zu reden.

In den vergangenen Wochen hatten die Christsozialen um das neue Führungsduo Huber/Beckstein herbe Rückschläge einstecken müssen. Dazu gehörten die Schlappe bei den Kommunalwahlen im März, die inzwischen noch einmal angewachsenen Milliardenbelastungen bei der Landesbank BayernLB und das Aus für das Transrapid-Projekt in München. Auch an der Zusammenarbeit zwischen den beiden Spitzen gab es Kritik. Meldungen über ein "Zerwürfnis" wiesen Huber und Beckstein aber wiederholt zurück.

Die CSU will bei der Landtagswahl im Herbst ihre absolute Mehrheit im Parlament verteidigen. Einzelne Umfragen sahen die Partei aber zuletzt nur noch bei rund 50 Prozent. Bei der Landtagswahl 2003 hatte die CSU unter Stoiber noch mehr als 60 Prozent erreicht.