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Politik

Sonntag, 27. September 2009

Ende der Eiszeit rückt näher: Türkei-Armenien-Abkommen

Nach jahrzehntelanger Eiszeit wollen die Türkei und Armenien am 10. Oktober ein historisches Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterzeichnen.
Im Sport haben sich die Beziehungen schon längst normalisiert.

Im Sport haben sich die Beziehungen schon längst normalisiert.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Außenminister beider Länder planen, an diesem Tag in Zürich zwei Protokolle zu unterschreiben, deren Inhalt bereits ausgehandelt wurde. Der Zeremonie der beiden Chefdiplomaten Ahmet Davutoglu und Eduard Nalbandian wird demnach auch die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey beiwohnen. Ein Sprecher ihres Ministeriums sagte, es sei "möglich", dass die Unterzeichnung in der Schweiz stattfinde. Das Land hatte zuvor zwischen der Türkei und Armenien vermittelt.

Ankara bestreitet Völkermord

Die Ende August bekannt gewordene Entscheidung beider Länder, diplomatische Beziehungen anzustreben, war international begrüßt worden. Die Türkei hatte nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik Armenien im Jahr 1991 keine Beziehungen zu dem Land aufgenommen. Grund ist vor allem der Streit um die Massaker an Armeniern zur Zeit des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg: Armenien sowie mehrere westliche Staaten sprechen von Völkermord, Ankara bestreitet dies.

Wie lange es bis zur endgültigen Normalisierung der Beziehungen dauern wird, ist trotzdem noch unklar. So müssen die Parlamente beider Länder die Protokolle noch ratifizieren. Sowohl in der Türkei als auch in Armenien war die Annäherung bei der Opposition auf heftige Kritik gestoßen.

AFP

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