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Zu Dogans Medienkonzern gehören unter anderem die Zeitung "Hürriyet" und der Fernsehsender CNN Turk.
Zu Dogans Medienkonzern gehören unter anderem die Zeitung "Hürriyet" und der Fernsehsender CNN Turk.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Mittwoch, 01. März 2017

Justiz wirft Dogan Schmuggel vor: Türkischer Medienmogul soll vor Gericht

Ein türkisches Gericht lädt den Medienunternehmer Aydin Dogan vor. Der Mann hinter der Zeitung "Hürriyet" soll Benzin geschmuggelt haben. Kritiker vermuten dagegen einen weiteren Schlag gegen die Pressefreiheit in dem Land.

Der türkische Medienzar Aydin Dogan hat wegen angeblichen Treibstoffschmuggels eine gerichtliche Vorladung erhalten. Ein Richter in Istanbul ordnete laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu an, dass der 80-Jährige persönlich zur nächsten Anhörung im Prozess um einen mutmaßlichen Schmugglerring erscheinen müsse. Bislang wurde er in dem Fall durch einen Anwalt vertreten.

Dogan, der ein angespanntes Verhältnis zu Präsident Recep Tayyip Erdogan hat, wird vorgeworfen, an der Gründung einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel und Betrug beteiligt gewesen zu sein, als er den nach ihm benannten Medienkonzern noch leitete. Ihm drohen mehr als 20 Jahre Gefängnis. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nur einen Tag vor der Gerichtsentscheidung hatte Erdogan einen in der zur Dogan-Gruppe gehörenden Zeitung "Hürriyet" erschienenen Artikel kritisiert. Das Blatt berichtete am 25. Februar, dass die Regierung vor Aufhebung des Kopftuchverbots im Militär nicht die Meinung der Armee eingeholt habe. Dies wurde von einigen als Andeutung interpretiert, dass zwischen Armee und Regierung Missklang herrsche. Nach Erdogans Kritik verloren Dogan- und "Hürriyet"-Aktien an der Börse erheblich an Wert.

Den türkischen Behörden wurde zuletzt immer wieder vorgeworfen, die Pressefreiheit zu missachten. Nach dem gescheiterten Militärputsch im Juli vergangenen Jahres gingen sie massiv gegen mutmaßliche Regierungskritiker vor. Mehr als 130 Medieneinrichtungen wurden nach offiziellen Angaben geschlossen. Im Moment belastet besonders die Festnahme des Journalisten Deniz Yücel das deutsch-türkische Verhältnis. Die Bundesregierung fordert die Entlassung des "Welt"-Korrespondenten aus der Untersuchungshaft.

Quelle: n-tv.de

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