Politik

Organhandel im Kosovo-Krieg UNO fordert Untersuchung

23.02.2010, 19:06 Uhr

Während des Kosovo-Krieges sollen UCK-Mitglieder Gefangenen Organe entnommen haben und sie anschließend ermordet haben. Diese Vorwürfe erhob UN-Chefanklägerin Del Ponte bereits im Jahr 2008. Nun sollen UN-Ermittler die Fälle untersuchen.

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Philip Alston beklagt die fehlende Unterstützung. (Foto: REUTERS)

Die UNO hat Albanien aufgefordert, eine unabhängige Untersuchung über den mutmaßlichen Handel mit den Organen serbischer Gefangener während des Kosovo-Kriegs zuzulassen. Bislang habe die albanische Regierung die Bemühungen nicht unterstützt, die Vorwürfe aufzuklären, sagte der UN-Sonderberichterstatter für außergerichtliche, willkürliche und Massenhinrichtungen, Philip Alston, während seines einwöchigen Besuchs in der albanischen Hauptstadt Tirana.

Alle Regierungsvertreter hätten die Vorwürfe als "lächerlich" bezeichnet. Wenn die Anschuldigungen aber tatsächlich haltlos seien, könne Albanien sie durch die Unterstützung einer unabhängigen Untersuchung aus der Welt räumen.

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Del Ponte hat im Kosovo viel erlebt. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Alston warf den albanischen Behörden vor, in der Angelegenheit ein "bürokratisches und diplomatisches Ping-Pong-Spiel" zu betreiben. Die serbische Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen hat nach eigenen Angaben mehr als 130 Zeugenaussagen über den illegalen Organhandel während des Kosovo-Kriegs (1998-1999) zusammengetragen.

Demnach töteten ethnische Albaner bis zu 500 serbischstämmige Kosovaren, um ihre Organe ins Ausland zu verkaufen. Die frühere Anklägerin des UN-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien, Carla Del Ponte, hatte die Vorwürfe in ihren Memoiren öffentlich gemacht. Der Europarat nahm daraufhin seine Untersuchungen wieder auf.

Quelle: AFP