Sonntag, 11. Oktober 2009
Obama verspricht mehr Rechte: US-Armee bald offen für Schwule
US-Präsident Barack Obama erneuert Versprechen, das Homosexualitätsverbot in den Streitkräften abzuschaffen. Der Umgang mit Homosexualität im Militär wird in den USA kontrovers diskutiert."Dazu habe ich mich Euch gegenüber verpflichtet", sagte Obama in Washington bei einer Veranstaltung der Human Rights Campaign (HRC), der größten Homosexuellen-Organisation der USA.
Bürgerrechtler hatten Obama vorgeworfen, sein Wahlkampfversprechen eines offenen Umgangs mit Schwulen und Lesben im US-Militär aus den Augen verloren zu haben. Der Präsident sagte nun, er bleibe beim Thema Homosexuellen-Rechte "standhaft", nannte aber keinen Zeitplan für die versprochenen Reformen.
"Nichts fragen, nichts sagen"
Der Umgang mit Homosexualität im Militär wird in den USA kontrovers diskutiert. Die Anfang der 90er Jahre unter Präsident Bill Clinton eingeführte "Nichts fragen, nichts sagen"-Regelung hatte Homosexuellen erstmals die Möglichkeit eröffnet, in der Armee zu dienen. Bewerber dürfen beim Vorstellungsgespräch nicht mehr nach ihrer sexuellen Orientierung gefragt werden, sie dürfen sie aber auch nicht offen ausleben oder davon erzählen.
Seit Einführung der Regelung wurden nach Angaben von Bürgerrechtlern rund 13.000 Soldaten aus der US-Armee entlassen, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekannten.
Neuregelung bei Homo-Ehe
Die Homosexuellen warten auch bisher vergeblich darauf, dass der Kongress ein Gesetz aufhebt, das die Ehe als ausschließliche Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Obama selbst unterstützt zwar diese Auslegung und tritt stattdessen für eine rechtliche und soziale Absicherung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ein. Er hat aber wiederholt erklärt, dass er eine Aufhebung des Gesetzes erreichen und damit den einzelnen Bundesstaaten Spielraum für eigene Regelungen geben will.
AFP
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