Die neue Macht bei der US-Wahl: Latinos machen mobil
Sie sind der schlafende Riese im US-Wahlkampf: Hunderttausende von Einwanderern aus Lateinamerika haben sich in den letzten Monaten für die Wahl registrieren lassen. Sie wollen mitentscheiden, wer Präsident der Vereinigten Staaten wird. Ein Bericht auf den Spuren der Latinos, der neuen Macht im US-Wahlkampf.
Sie stehen im Schatten, klatschen schnellund rhythmisch in die Hände und machen sich heiß für den entscheidenden Endspurt,"Election Day, let's go!". Die Organisatoren von "Mi Familia Vota"(Meine Familie wählt) versammeln sich vor der Tür eines Privathauses in DowntownLas Vegas. Sie fahren sie in ihren Privatfahrzeugen quer durch Las Vegas und holenältere Wähler ab und bringen sie zur Stimmabgabe. "Wir hatten früher keinehörbare Stimme, heute können wir mitentscheiden, wer das Land regiert", sagtAnnette Ravenau lächelnd. Sie ist schon seit den Morgenstunden vor Ort und verteiltTacos und Softdrinks für die gut 50 Freiwilligen.
"Mi Familia vota" unterstützt keinender beiden Kandidaten. Die Organisation will, dass Menschen, die ursprünglich ausLateinamerika kommen, ihr Recht zu wählen, wirklich nutzen. Bei mehr als 30 Gradsitzen viele Freiwillige in einem Sonnenzelt am Telefon und erinnern Latinos daran,wählen zu gehen. Oft lautet die Frage: Wo kann ich denn wählen? Schnell klickendie Jugendlichen im Web, wo das Wahlbüro ist. "Sollen wir sie hinfahren, sprechensie gut genug Englisch?", sagten die freiwilligen Telefonisten ununterbrochen."Okay, wir begleiten sie dann zur Wahlkabine", sagt Marisol auf Spanischzur Person am anderen Ende der Leitung.
Obama ist "beliebt bei uns"
Eliseo Medina, Gründer von "Mi familiavota", schaut in einer Seitenstraße des Las Vegas Boulevard nach dem Rechten.Viele Schüler sind am Wahltag gekommen und wollen die nicht politische Organisationunterstützen. "Wir haben im Jahr 2000 mit 'Mi Familia Vota' angefangen undmittlerweile machen Zehntausende in Texas, Kalifornien und anderen Bundesstaatenmit", sagt Medina zufrieden. "Es ist uns wichtig, dass die am schnellstenwachsende Gruppe in den USA auch gehört wird und mitentscheiden kann", betontMedina.
Er selbst kam vor über 50 Jahren aus Mexikoin die USA. Es sei heute für viele Menschen aus Lateinamerika immer noch sehr schwer,auch nach vielen Jahren die US-Staatsbürgerschaft zu bekommen. "Das kostetmehr als 700 Dollar und es wird uns nicht leicht gemacht, US-Bürger zu werden",sagte Medina und zuckt mit den Schultern. Dann baut er sich kurz auf, lächelt freundlich"Wer sich um uns kümmert, der bekommt auch unsere Stimme, das ist Barack Obamain den vergangenen Jahren gut gelungen. Deshalb ist er so beliebt bei uns".
Quelle: n-tv.de

