Politik
Obama hetzt von einem Wahlkampfauftritt zum nächsten.
Obama hetzt von einem Wahlkampfauftritt zum nächsten.(Foto: AP)

Obama und Romney gleichauf: US-Rennen wird denkbar eng

Die aktuellen Umfragen in den USA zeigen: Die Präsidentschaftswahl bleibt spannend. Derzeit lliefern sich Präsident Obama und sein Herausforderer Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch die nächste Fernsehdebatte an diesem Montag wird daran vermutlich kaum etwas ändern.

Kopf an Kopf in der Wählergunst gehen US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in ihr drittes und letztes Fernseh-Duell vor der Wahl am 6. November. Die Debatte am Montagabend in der Lynn University in Boca Raton (Florida) dreht sich ausschließlich um die Außenpolitik. Obama gilt als Favorit, da Romney als Ex-Gouverneur von Massachusetts und Unternehmer nur sehr geringe Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

Mitt Romney hat in den vergangenen Wochen Land gewonnen.
Mitt Romney hat in den vergangenen Wochen Land gewonnen.(Foto: REUTERS)

Allerdings bietet der jüngste Terroranschlag auf das US-Konsulat in Bengasi in Libyen nach Expertenmeinung Angriffsziele für den Republikaner, die er in den vergangenen Wochen im Wahlkampf auch schon genutzt hat. Die erste rein wirtschafts- und innenpolitische Debatte am 3. Oktober hatte er gegen einen überraschend passiven Obama gewonnen. Am Dienstag vergangener Woche machte Obama dann im zweiten Duell mit einem kämpferischen Auftritt Boden gut.

Nach einer am Samstag veröffentlichten Rasmussen-Umfrage - der ersten, die vollständig nach dem zweiten Duell durchgeführt wurde - hat Romney die Nase mit einem Prozentpunkt vorn. Er kommt auf 49 Prozent, Obama auf 48 Prozent. In den Vortagen publik gemachte Erhebungen verschiedener Institute hatten ähnlich knappe Ergebnisse erbracht. Nur eine Gallup-Umfrage, allerdings unter wahrscheinlichen Wählern, sieht Romney mit sechs Punkten vorn.

"Romnesia" diagnostiziert

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Beide Kandidaten zogen sich am Wochenende zur Vorbereitung auf das TV-Duell aus der Öffentlichkeit zurück. Zuvor hatten sie bei Wahlkampfauftritten noch einmal ausgeholt. Der Republikaner müsse an einer Krankheit namens "Romnesia" leiden, durch die er seine früheren politischen Aussagen vergesse, scherzte Obama in Fairfax (Virginia) mit Blick darauf, dass Romney im Wahlkampf wiederholt Positionen geändert hat.

Der Präsident setzte seine Wortschöpfung aus Romney und Amnesia (deutsch: Amnesie) zusammen. Der medizinische Begriff beschreibt eine Gedächtnisstörung. "Romnesia" sei aber kurierbar - man müsse am 6. November nur Obama wählen.

Romney sprach in Daytona Beach (Florida) von einer "unglaublich zusammengeschrumpften Kampagne" seines Gegners. "Es ist absolut bemerkenswert: Sie haben keine Agenda", hielt er den Demokraten vor.

Heftiger Schlagabtausch erwartet

Der außenpolitischen Debatte beim TV-Duell räumen Experten allgemein begrenzte Bedeutung für den Wahlausgang ein, weil die Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit im Wahlkampf so stark dominieren. Dennoch gilt das Duell als Chance für Romney zu zeigen, dass er sich als Präsident auf der Weltbühne bewähren würde.

Erwartet wird ein wenig heftigerer Schlagabtausch als in der zweiten Debatte, in der geradezu die Fetzen flogen. Der Iran, Syrien, Libyen, Nahost, Afghanistan und China werden nach Angaben der Veranstalter im Mittelpunkt der Debatte stehen.

Quelle: n-tv.de