Dienstag, 17. August 2010
Israels Angst vor Iran: USA sollen Luftangriff androhen
Israel versucht verstärkt, die USA für eine massive Drohkulisse gegen den Iran zu gewinnen. Hintergrund sind Befürchtungen, der Iran könnte weitgehend unbemerkt die Schwelle zur Atomwaffenfähigkeit überschreiten.Israel fordert von den USA eine glaubhafte militärische Drohung gegen das iranische Atomprogramm. Washington müsse die Bereitschaft zu einem Luftangriff zeigen, sollte Teheran nicht doch noch im Atomstreit einlenken, sagte ein hochrangiger israelischer Militärvertreter der "Financial Times Deutschland": "Wenn man nur erwähnt, dass man die militärische Option hat, macht das keinen Eindruck."
Die USA müssten den Iran durch die Demonstration der eigenen Stärke abschrecken. Der Rückzug aus dem Irak biete eine Chance: "Wenn man sich von einem Schauplatz zurückzieht, kann man sich auf ein anderes Sicherheitsrisiko konzentrieren, und das ist für uns der Iran."
Die Äußerungen unterstreichen dem Blatt zufolge Israels Entschlossenheit, den möglichen Bau iranischer Nuklearwaffen notfalls auch mit Gewalt zu stoppen. Mit dem Werben um US-Unterstützung zeige der jüdische Staat, dass er einen Alleingang scheue. Wiederholt wurde darüber spekuliert, ob und wie Israel allein einen Angriff gegen iranische Atomanlagen fliegen könnte. Israel warnt, dass der Iran weitgehend unbemerkt die Schwelle zur Atomwaffenfähigkeit überschreiten könne. Dies geschehe in einem fließenden Prozess, sagte der israelische Militärvertreter. Schon kurz vor Fertigstellung einer Atombombe erlange der Iran jedoch großes Drohpotenzial.
Hohe Kriegsgefahr
In einem Bericht im September-Heft des Magazins "The Atlantic" hatte der amerikanische Journalist Jeffrey Goldberg kürzlich berichtet, dass Israel mit mehr als 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit bereits innerhalb der nächsten zwölf Monate den Iran im Alleingang angreifen und dabei auf "grünes Licht" der US-Regierung verzichten könnte. Israel gehe davon aus, dass der Iran nur noch ein bis drei Jahre benötige, um Atomwaffen herzustellen.
Der Westen verdächtigt die Islamische Republik, an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Teheran hat die Vorwürfe stets vehement zurückgewiesen.
AFP/dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Neue Putschvorwürfe auf Malediven
Unruhen weiten sich aus
-
Syrische Exilanten bespitzelt?
U-Haft für mutmaßliche Spione
-
"Es geht um Qualität"
Parteien bremsen Bufdi-Euphorie
-
Genitalverstümmelung
Grüne bekämpfen brutalen Brauch
-
"Keine Infos herausgeben!"
Staatsanwalt prüft Wulffs Urlaub
-
Genitalverstümmelung auch in Deutschland
"Ich bin noch immer traumatisiert"
-
Umstrittener Deal mit Kasachstan
Industrie kommt an Rohstoffe
-
Italiens Gewissen meldet sich zurück
Savianos Kampf geht weiter
-
Arabische Liga zieht ganz ab
Assad-Regime mordet weiter
-
Phänomenologie des Petzens
SPD will Whistleblower schützen
-
Streit um lukrative Abfälle
Kommunen werden bevorzugt
-
Santorums Durchbruch
Drei Siege, die nichts ändern
