Samstag, 11. Oktober 2008
Kein "Schurkenstaat" mehr: USA und Nordkorea einig
Nordkorea hat sich zu einer strikten Überprüfung seiner Atomanlagen bereiterklärt und wurde im Gegenzug von der US-Liste der Terrorunterstützer genommen. Das teilte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, in Washington mit. Die Vereinbarung wurde demnach in engen Konsultationen mit den Teilnehmern der Sechs-Staaten-Gespräche über Nordkoreas Atomwaffenprogramm getroffen neben den USA und Nordkorea Südkorea, China, Russland und Japan.
McCormack zufolge erhielten die USA in der Vereinbarung "alles, was wir wollten". Demnach wird Nordkorea Inspekteuren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA den Zugang zu seinen Anlagen erlauben, die Entnahme von Proben, die Einsicht in Dokumente und Gespräche mit nordkoreanischen Atomexperten. Zugleich wird Nordkorea die unterbrochenen Arbeiten zur Stilllegung der Atomanlagen fortsetzen.
Kein Persilschein für immer
Das US-Außenamt machte aber zugleich klar, dass dieser Schritt jederzeit rückgängig gemacht werden könne, sollte Nordkorea wortbrüchig werden. Es wies auch darauf hin, dass zahlreiche Sanktionen gegen das Land unter anderem wegen eines Atomtests 2006, der Weiterverbreitung von Waffen und wegen Menschenrechtsverletzungen in Kraft blieben.
TV zeigt wieder Bilder von Kim
Das nordkoreanische Fernsehen hat erstmals seit fast zwei Monaten wieder Bilder von Staatschef Kim Jong Il gezeigt. Laut der Agentur Yonhap zeigte das Fernsehen Fotos von Kim, der eine Fraueneinheit der Armee besichtigte. Die staatliche nordkoreanische Agentur KCNA berichtete von dem Besuch, schrieb aber nicht, wann er stattgefunden habe. Kim Jong Il war am 9. September nicht bei der Truppenparade zum Nationalfeiertag erschienen. Südkoreanische Vertreter sagten, er habe sich nach einem Schlaganfall einer Gehirnoperation unterziehen müssen.
In der vergangenen Woche hatten nordkoreanische Medien berichtet, Kim habe ein Fußballspiel von Studenten besucht, Bilder waren aber nicht veröffentlicht worden. Kim hat keinen offiziellen Nachfolger ernannt und der Gesundheitszustand des 66-Jährigen ist Gegenstand ständiger Spekulationen.
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