Politik

Anschlag auf geplanten Moschee-Bau: Unbekannte pfählen Schweineköpfe

Brennende Mülltonnen, aufgespießte Schweineköpfe: In Leipzig verüben unbekannte Täter einen Anschlag auf das Baugelände einer Moschee. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime spricht von einem "feigen Angriff auf die Gesellschaft", der Staatsschutz ermittelt.

Blut im Laub: Ein "Anschlag auf die Demokratie".
Blut im Laub: Ein "Anschlag auf die Demokratie".(Foto: dpa)

Unbekannte haben einen Anschlag auf das Gelände einer geplanten Moschee der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Leipzig verübt. Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten die unbekannten Täter am späten Donnerstagabend fünf Holzpflöcke in den Boden gerammt und darauf Schweineköpfe gespießt. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Ein fremdenfeindlicher Anschlag werde nicht ausgeschlossen, sagte der Polizeisprecher.

Den Berichten zufolge war zunächst die Feuerwehr wegen eines Mülltonnenbrandes alarmiert worden. Vor Ort entdeckten die Einsatzkräfte dann die Schweineköpfe und riefen die Polizei. Ob es sich bei der auf dem Boden verteilten roten Flüssigkeit um Schweineblut handelte, war laut Polizei noch nicht abschließend untersucht.

"Widerwärtiger Anschlag"

Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, verurteilte den Anschlag scharf. Gegenüber der "Bild"-Zeitung sprach er von einem "feigen Angriff auf die gesamtdeutsche Gesellschaft". Jede Attacke gegen ein Gotteshaus, egal welcher Religion, sei ein Anschlag auf die Demokratie, sagte Mazyek weiter.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung verurteilte die Tat. "Die Stadt Leipzig ist geschockt von diesem widerwärtigen Anschlag", erklärte Jung. Eine solche Tat, die die Grundlagen des Zusammenlebens der Religionen erschüttert, sei "nicht hinnehmbar".

Der Bundesvorsitzende der Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, gab sich nach der Tat unbeeindruckt. "Das bringt uns nicht außer Fassung", sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Er finde es aber sehr traurig, dass sich Menschen auf eine solche Ebene begeben.

Die islamische Ahmadiyya-Gemeinde plant im Leipziger Stadtteil Gohlis den Bau einer neuen Moschee mit zwei Minaretten. Ein entsprechender Antrag liegt bereits vor. Das Bauvorhaben hat in der Stadt zu erheblichen Diskussionen geführt. Die rechtsextreme NPD versuchte wiederholt, das geplante Projekt für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Anfang November hatten sich einige hundert Demonstranten einem Aufmarsch der NPD entgegen gestellt.

Die ursprünglich in Indien entstandene Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als friedliche islamische Erneuerungsbewegung. Sie hat in Deutschland nach eigenen Angaben rund 30.000 Mitglieder und mehr als 30 Moscheen.

Quelle: n-tv.de

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