Freitag, 05. Dezember 2008
Ströbele hält ein Stöckchen hin: Union und FDP springen
Union und FDP haben den Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele scharf angegriffen, weil er ein distanziertes Verhältnis zur deutschen Nationalflagge offenbart hat. Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder sprach in der "Passauer Neuen Presse" von einer "Verhöhnung" der Fahne. Der CDU-Rechtspolitiker Jürgen Gehb nannte Ströbele einen "Wirrkopf", dessen Bemerkungen etwas "Hetzerisches" hätten und die "Gewalt gegen Deutsche" förderten.
Ströbele hatte dem Deutschlandfunk gesagt, bei der massiven Ansammlung von Deutschland-Fahnen während der Fußball-WM habe er sich "doch etwas unwohl gefühlt". Er habe nichts gegen Fahnen am Bundestag oder Beflaggung an Feiertagen. Aber "das nationale Raushängen passte nicht. Da hatte ich ein unwohles Gefühl in der Magengegend", sagte der Bundestagsabgeordnete. Es erinnere ihn an "nationale Überbetonung, an nationalistische Tendenzen". Das störe ihn auch in den USA, Frankreich oder England. Er habe zwar viele Gefühle für deutsche Landschaften, Städte und Menschen, aber weniger für "so etwas Abstraktes" wie den Staat.
Der CSU-Abgeordnete Norbert Geis warf Ströbele ein "gebrochenes Verhältnis" zu seinem Vaterland vor. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, dass Ströbele sich für die Fahne "schäme", würde kein Türke verstehen.
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