Politik

Höflichkeit, Fleiß und DisziplinUnion will die Werte-Erziehung

14.03.2009, 10:12 Uhr

Die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Höflichkeit, Fleiß und Disziplin sei "der Schlüssel für eine nachhaltige Eindämmung von Jugendgewalt", heißt es in einem Positionspapier der Union.

Nach Gewaltexzessen jugendlicher Täter verlangt die Union eine stärkere Ausrichtung der Erziehung an Grundwerten. Die Vermittlung von Werten wie Toleranz, Höflichkeit, Fleiß und Disziplin sei "der Schlüssel für eine nachhaltige Eindämmung von Jugendgewalt", heißt es in einem Positionspapier der CDU/CSU- Familienpolitiker. Darin werden die Eltern daran erinnert, dass sie eine Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder haben.

Vorgaben für Erziehung

Manche Eltern erfüllten diese Pflicht nicht, "weil ihnen entweder die ausreichende Kompetenz oder die Bereitschaft zur Erziehung fehlt". Die Union empfiehlt deshalb den Ausbau der Familien-Beratung vom Kindergarten an. Auch der erzieherische Auftrag der Schule müsse wieder in den Vordergrund gestellt werden. Der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer forderte die Länder auf, den Schulen Vorgaben für eine an Werten orientierte Erziehung zu geben.

Die Unionspolitiker schlagen dazu einen Wertekatalog vor. Er "schließt folgende Grundkompetenzen ein: Toleranz, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Fairness, Disziplin, Teamfähigkeit, Kreativität, Zivilcourage, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein."

Katalog vor Winnenden-Amok in Arbeit

Die erschütternden Fälle von Kindesvernachlässigung und Kindesmissbrauch oder jugendlicher Gewaltkriminalität "können nicht getrennt von offensichtlich fehlender oder nicht nachhaltiger Wertevermittlung und Orientierung gesehen werden", heißt es in dem Unionspapier. Die Arbeit daran wurde nach dem U-Bahn-Überfall Jugendlicher auf einen Passanten in der Münchner U-Bahn 2007 begonnen und noch vor dem Amoklauf eines Jugendlichen in Winnenden abgeschlossen.