Politik
Wagenknecht und Niemeyer bei ihrer Hochzeit am 5. Mai 1997 in Weimar. Der 5. Mai ist auch Geburtstag von Karl Marx.
Wagenknecht und Niemeyer bei ihrer Hochzeit am 5. Mai 1997 in Weimar. Der 5. Mai ist auch Geburtstag von Karl Marx.(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Sonntag, 08. September 2013

Es geht um viel Geld: Versorgte die Linke Wagenknechts Ex?

Wurden hier Grenzen übertreten? Ein Zeitungsbericht legt nahe, dass der Ex-Mann von Sahra Wagenknecht von der Nähe zur Parteispitze profitierte. Die stellvertretende Vorsitzende selbst hält allerdings alles für in Ordnung.

Klüngel bei der Linken? Die Fraktion der Partei im Bundestag hat nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" den Ex-Ehemann ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Sahra Wagenknecht über Monate mit einem Auftrag finanziell unterstützt. So schloss die Fraktion nach Recherchen des Blattes mit dem Dokumentarfilmer Ralph Thomas Niemeyer am 31. Januar 2013 einen Werkvertrag für einen Film in Höhe von 3000 Euro ab, der von der angestellten Fraktionsgeschäftsführerin Ruth Kampa unterzeichnet wurde. Bis März 2013 war Niemeyer mit Wagenknecht verheiratet.

Wie die Zeitung weiter recherchierte, stellte die Linkspartei Niemeyer für den Bundestagswahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund als Kandidaten auf. Laut Kontoauszügen hätten ihm die Fraktion, mehrere Abgeordnete sowie die parteinahe Rosa Luxemburg Stiftung zwischen Februar 2012 und Mai 2013 insgesamt 20.413,20 Euro überwiesen.

Nichts auf dem Tisch?

Wagenknecht, die seit längerem mit dem früheren Linke-Chef Oskar Lafontaine liiert ist, sagte der "Welt am Sonntag": "Da mein Ex-Mann mit mir weder verwandt ist noch zum fraglichen Zeitraum mit mir zusammen lebte, sondern die Beziehung längst beendet war, sehe ich keinen Grund, der dagegen spricht, dass er für die Fraktion Arbeitsleistungen erbringt und dafür honoriert wird." Auch sei keine der Abrechnungen über ihren Tisch gegangen.

Die Beschäftigung von Ehepartnern, auch ehemaligen, ist etwa für Mitglieder des Bundestags per Gesetz untersagt, schreibt die Zeitung. Auf Bundesebene gelte dies allerdings nicht für den Fall, dass etwa ein Ehemann statt von seiner Frau durch andere Abgeordnete beschäftigt wird - wie es im Fall Niemeyer dem Bericht zufolge geschah.

Laut den biographischen Daten auf Wikipedia war Niemeyer von 1997 bis 2013 mit Wagenknecht verheiratet. Der Eintrag über ihn nennt auch ein fünfjähriges Berufsverbot als Finanzberater, das er 1996 erhielt - wegen Betruges in 46 Fällen.

Quelle: n-tv.de

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