Sonntag, 23. August 2009
Taliban in Pakistan "aus dem Tritt": Verwirrung über neuen Anführer
Drei Wochen nach dem Tod ihres Anführers Baitullah Mehsud sorgen die pakistanischen Taliban mit Berichten über dessen Nachfolger für Verwirrung.
Das Erbe des getöteten Mehsud ist offenbar schwer aufzuteilen. (Archivaufnahme vom Mai 2008.)
(Foto: REUTERS)
Vertreter der radikal-islamischen Gruppe teilten mit, der junge Kommandeur Hakimullah Mehsud stehe nun an der Spitze der Bewegung. Im pakistanischen Geheimdienst wurden indes Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Darstellung laut. Die Berichte über einen neuen Chef sollten nur verschleiern, dass die Taliban ohne Führung dastünden. Hakimullah Mehsud sei nämlich kurz nach dem Tod von Baitullah Mehsud bei einer Schießerei mit einem Rivalen getötet oder schwer verletzt worden, sagte ein Geheimdienstoffizier. Der bisherige Taliban-Führer war am 5. August bei einem US-Raketenangriff ums Leben gekommen.
Die BBC zitierte den Taliban-Kommandeur Faqir Mohammed mit der Aussage, Hakimullah Mesud sei nun neuer Anführer. Reuters erfuhr von Stammesältesten, zuvor sei Faqir Mohammed bewegt worden, das Amt nicht anzunehmen. "Es herrscht Verwirrung. Vor zwei Tagen erklärte Fariq Mohammed, er sei amtierender Chef und nun ist es Hakimullah", sagte ein Geheimdienstoffizier aus Pakistan. Ein anderer Offizier spekulierte, die Taliban warteten auf die Rückkehr eines Bruders von Hakimullah, der die Führung der Bewegung übernehmen solle.
In den von den Taliban gehaltenen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan lässt sich der Wahrheitsgehalt von Berichten nur schwer verifizieren. Taliban-Vertreter werfen dem pakistanischen Geheimdienst Desinformation vor, um ihre Bewegung zu spalten. Nach Darstellung der pakistanischen Regierung sind die Islamisten aus dem Tritt geraten.
rts
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