Sonntag, 21. Dezember 2008
"SPD könnte Hessen knacken": Vizekanzler glaubt an alles
SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hält es für möglich, dass seine Partei bei der Landtagswahl in Hessen im Januar und bei der Bundestagswahl im September stärkste Partei wird. Die Zeit rufe nach sozialdemokratischen Antworten, sagte der Bundesaußenminister der "Bild am Sonntag". Die "Marktradikalen" hätten die Finanzkrise verursacht. Jetzt gehe es um eine gerechte neue Wirtschaftsordnung, in der auch der Staat handlungsfähig sei und Sicherheit gebe. Diese Aufgabe könne die SPD am besten lösen, und das würden die Menschen erkennen, sagte Steinmeier.
"Wir wollen überall in den Parlamenten stärkste Kraft sein", sagte Steinmeier. "Dafür kämpfe ich, auch persönlich mit Auftritten im hessischen Wahlkampf im Januar." Die SPD werde in Hessen ein gutes Wahlergebnis erreichen, versicherte der Vizekanzler. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel präsentiere sich gut. "Er packt in der schwierigen Situation mutig an. Das verdient meinen Respekt und wird sicher auch Eindruck bei den Hessen hinterlassen."
Große Koalition nicht auf dem Wunschzettel
Auch auf Bundesebene kämpfe er dafür, dass die SPD wieder stärkste Fraktion werde und den Kanzler stelle. "Die Fortführung der Großen Koalition steht dabei nicht auf unserem Wunschzettel", sagte Steinmeier. Ein von der SPD geführtes Bündnis würde mit der Wirtschaftskrise besser fertig als die Große Koalition.
Im Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Steinmeier einige Fähigkeiten, die ihn als besseren Regierungschef auszeichnen: "Die Menschen wissen, dass ich auch in schwierigen Zeiten mit hohem Verantwortungsbewusstsein und guten Nerven arbeite und die langen Linien unserer Politik im Blick habe. Dass ich erst zufrieden bin, wenn wirksame Lösungen gefunden sind, die unserem Land helfen." Solch eine Politik schaffe Vertrauen, und Vertrauen sei auch für ein Land die kostbarste Ressource. "Flotte Sprüche oder das schönste Lächeln machen noch keine Politik", sagte Steinmeier.
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