Politik
Marina Weisband war bisher das Aushängeschild der Piratenpartei.
Marina Weisband war bisher das Aushängeschild der Piratenpartei.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 29. Januar 2012

Antisemitische Mails: Weisband von Rechten bedroht

Piratenpartei-Geschäftsführerin Weisband berichtet von den Randerscheinungen des Aufstiegs der jungen Partei. Die 24-jährige Jüdin sieht sich regelmäßig antisemitischer Hetze in Form von E-Mails aus der rechten Szene ausgesetzt. Derweil betont sie nochmals: Ihr Rückzug aus der Politik ist nur vorübergehend.

Die scheidende politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, ist wegen ihres jüdischen Glaubens in E-Mails beschimpft worden. "Ich habe Hass-Mails bekommen, auf rechtsextremistischen Webseiten wurde mein Foto veröffentlicht", sagte Weisband der "Bild am Sonntag". "Daneben standen Texte darüber, wie die Juden jetzt die deutsche Parteienlandschaft erobern würden."

Weisband hatte zuvor bekannt gegeben, nicht mehr für den Vorstand zu kandidieren. Die Psychologie-Studentin will sich auf ihre Diplomarbeit konzentrieren. Des Weiteren hatte sie gesundheitliche Gründe angeführt. Gegenüber der "Bild am Sonntag" beschwichtigt sie: "Einen Burnout habe ich nicht. Man muss sich keine Sorgen machen um mich. Ich brauche einfach Erholung." Ein Rückzug aus der Partei bedeute ihr Schritt nicht. "Ich bin weiter in der Partei aktiv. Und ich kann mir auch vorstellen, 2013 wieder für ein Spitzenamt zu kandidieren", sagte die 24-Jährige.

Der Rückzug Weisbands hatte über die Parteigrenzen hinweg Bedauern und Respekt ausgelöst. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, schrieb bei Twitter: Die Entscheidung Weisbands sei "klug und ehrlich begründet". Daher werde sie "die Piratenpartei nicht schwächen". Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz bekundete Weisband ebenfalls auf Twitter seinen Respekt.

Die Piratenpartei kommt am 28. und 29. April in Neumünster in Schleswig-Holstein zu ihrem Parteitag zusammen, eine Woche vor der Landtagswahl in diesem Bundesland. Dabei steht die jährliche Neuwahl des Vorstands an. Stimmberechtigt sind alle Mitglieder, die zur Versammlung erscheinen, ein Delegiertensystem wie bei anderen Parteien gibt es bei den Piraten nicht. Nach ihrem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus im September 2011 hat die mit Internet-Themen groß gewordene Partei einen massiven Zuwachs registriert, zurzeit haben die Piraten nach eigenen Angaben 20.500 Mitglieder.

Quelle: n-tv.de

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