Samstag, 03. November 2007
Fatale Fehleinschätzung: Weltuntergangsszenarium
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheitspolitik der USA sind einer Studie zufolge bislang stark unterschätzt worden. So könne es zu dramatischen Wanderungsbewegungen, Kriegen um Wasser und Rohstoffe und einer Machtverschiebung zwischen Ländern kommen, heißt es in der Studie, die am Montag in Washington offiziell vorgestellt wird. Klimaexperten hätten in den beiden vergangenen Jahrzehnten unterschätzt, wie schnell sich die Erde verändert habe, heißt es darin. Dies sei vielleicht auch geschehen, weil die Wissenschaftler sich nicht dem Vorwurf der Panikmache aussetzen wollten.
Die Analyse wurde vom Zentrum für Strategische und internationale Studien und des Zentrums für eine neue amerikanische Sicherheitspolitik erstellt.
Politiker sollten aber mit einer durch die Klimaveränderungen verursachten Instabilität in wichtigen Teilen der Welt in den nächsten 30 Jahren rechnen. Schon jetzt seien bestehende Probleme durch den Klimawandel verschärft worden, so in Darfur durch die Ausbreitung der Wüsten, im Nahen Osten durch den Streit um Wasservorkommen, und in Asien verwüste der Monsun weite Landstriche.
Echte Weltuntergangsszenarien
In drei Szenarien werden in der Studie mögliche Veränderungen skizziert. Dies reicht von einem Temperaturanstieg um 1,3 Grad bis 2040 bis zu den katastrophalen Auswirkungen eines Anstiegs um 5,6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts. Die USA müssten sich dabei zumindest auf eine stärkere Wanderungsbewegung einstellen, sowohl innerhalb des Landes, als auch von außen. Zudem würden sich Krankheiten schneller ausbreiten und es werde zu größeren Konflikten vor allem in Afrika kommen, wo mit drastischen Veränderungen zu rechnen sei.
Wenn nichts unternommen werde, würden praktische alle Aspekte des modernen Lebens destabilisiert, heißt es in dem Bericht. Im Ergebnis könnten sich Weltuntergangsszenarien bewahrheiten, wie sie zu Zeiten des Kalten Krieges als Folge eines Atomkriegs erwartet wurden.
An dem Bericht arbeiteten unter anderem der frühere CIA-Direktor James Woolsey, Nobelpreisträger Thomas Schelling, der Vorsitzende der amerikanischen Akademie der Wissenschaften, Ralph Cicerone, der frühere Stabschef von Expräsident Bill Clinton, John Podesta, und der Sicherheitsberater des früheren Vizepräsidenten Al Gore, Leon Fuerth, mit.
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