Donnerstag, 25. Januar 2007
Beckurts-Witwe fragt:: Wer hat wen ermordet?
Die Witwe eines 1986 von Terroristen ermordeten Siemens-Managers hat gefordert, der inhaftierte RAF-Terrorist Christian Klar solle erst freigelassen werden, wenn er sein Wissen über die noch ungeklärten Taten der Rote Armee Fraktion enthüllt habe. "Er weiß mit Sicherheit noch Fakten, deren Preisgabe man zur Bedingung für eine Begnadigung stellen müsste", sagte Ina Beckurts der "Süddeutschen Zeitung". Der Siemens-Vorstand Karl-Heinz Beckurts war am 9. Juli 1986 zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Groppler bei einem Bombenanschlag in Straßlach bei München gestorben. Anschließend bekannte sich ein "Kommando Mara Cagol" der RAF zu der Tat.
Die Identität von Beckurts Mördern wurde nie bekannt, ebenso wenig wie die Namen der Täter in den Mordfällen des Diplomaten Gero von Braunmühl sowie der Wirtschaftsführer Alfred Herrhausen, Detlev Rohwedder und Ernst Zimmermann. Ina Beckurts warf die Frage auf, ob diese Fälle "langsam verdrängt und auch vergessen" würden.
Klar sitzt seit 1982 im Gefängnis, unter anderem wegen der Ermordung des früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und des Bankiers Jürgen Ponto. Er hatte zum Ende der Amtszeit von Bundespräsident Johannes Rau ein Gnadengesuch eingereicht. Dessen Nachfolger Horst Köhler prüft derzeit das Gesuch.
Das Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, hat Politiker dazu aufgerufen, bei dieser Prüfung keinen Druck auf den Bundespräsidenten auszuüben. "Er wird alle Umstände berücksichtigen, auch die Positionen von Familienangehörigen der Opfer", sagte Schellenberg der "Berliner Zeitung".
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