Politik

In den Fängen somalischer PiratenWieder 25 Seeleute entführt

19.10.2009, 17:21 Uhr

Im indischen Ozean kapern somalische Piraten einen chinesischen Frachter. Damit sind derzeit sechs Schiffe mit 146 Seeleuten in der Gewalt somalischer Seeräuber.

piraten
Die Piratengefahr wächst: Hier gelingt es französischen Soldaten, Seeräuber vor der Küste Kenias festzunehmen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Somalische Piraten haben im Indischen Ozean einen chinesischen Frachter mit 25 Seeleuten gekapert. Das Schiff "De Xin Hai" sei bereits außerhalb der Gewässer gekapert worden, die von verschiedenen nationalen Marineverbänden, der EU und der NATO kontrolliert werden, verlautete aus dem zu Einsätzen gegen Piraten aufgestellten EU-Einsatzverband Atalanta im Hauptquartier im englischen Northwood. Die Mission stehe im Kontakt mit dem Schiffsbesitzer, sagte ein Atalanta-Sprecher.

Ein Aufklärungsflugzeug des Atalanta-Verbandes sichtete auf einem Erkundungsflug zwei Seeräuber an Deck. Der Frachter hatte zwei Boote der Piraten im Schlepptau. Das im vergangenen Jahr gebaute Schiff des Pekinger Reeders Cosco ist trotz der Piratengefahr nicht bei den Sicherheitsbehörden der internationalen Schifffahrt registriert.

Piraten werden wieder aktiver

Damit sind derzeit sechs Schiffe mit 146 Seeleuten in den Fängen somalischer Piraten. Zuletzt kam am Donnerstag der Frachter "Kota Wajar" aus Singapur hinzu, den die Seeräuber in dem Gebiet in ihre Gewalt brachten, in dem jetzt auch der chinesische Frachter gekapert wurde. Die "De Xin Hai" wurde etwa 550 Seemeilen (etwa 1000 Kilometer) nördlich der Seychellen beziehungsweise 700 Seemeilen östlich der somalischen Küste angegriffen.

Beide Angriffe erfolgten in unbewachten Gewässern südlich des Sicherheitskorridors, den EU, die NATO und Bündnispartner im Golf von Aden kontrollieren. Auch dort ist es trotz der starken Militärpräsenz unruhig. Piraten jagten am Freitag mehr als 40 Minuten lang erfolglos ein Containerschiff und gaben Schüsse ab. Nachdem Ende September der Monsun-Regen im Indischen Ozean abflaute, sind die Piraten wieder deutlich aktiver geworden.

Quelle: dpa