Politik

Entführte Seeleute ohne Nahrung"Wir können nicht mehr"

04.07.2009, 14:08 Uhr

Seit drei Monaten schon ist die Besatzung des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" in der Hand der Piraten. Einem Bericht zufolge sind die Seeleute, darunter fünf Deutsche, emotional und physisch am Ende.

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Für die Besatzung der "Hansa Stavanger" ist die Lage auf dem Schiff unerträglich geworden. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Lage der von somalischen Piraten gefangenen Besatzung des deutschen Frachters "Hansa Stavanger" wird immer dramatischer. "Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente", berichtete der deutsche Kapitän nach Angaben des "Spiegel". "Wir können nicht mehr", schrieb der Kapitän in einer E-Mail.

Die Mannschaft sei nach drei Monaten Gefangenschaft emotional und physisch am Ende. Die Piraten hätten sämtliche Habseligkeiten der 24 Seeleute geraubt, viele Besatzungsmitglieder seien krank. Einmal hätten ihnen die Piraten die Augen verklebt und knapp über ihre Köpfe hinweggeschossen.

Krisenstab bemüht sich um Freilassung

Das Auswärtige Amt nahm zu Einzelheiten nicht Stellung. Ein Sprecher betonte aber: "Oberste Priorität hat der Schutz von Leib und Leben der Betroffenen. Der Krisenstab bemüht sich in engem Kontakt mit der Reederei um eine Lösung des Falls."

Zur Besatzung gehören neben dem Kapitän vier weitere Deutsche. Derzeit werden die Seeleute im Rückzugsgebiet der Piraten, dem somalischen Küstenort Harardere, festgehalten. Ende April hatte die Bundesregierung einen Befreiungsversuch gestoppt, nachdem die Aktion sich als zu risikoreich darstellte.

Schwierige Lösegeldverhandlungen

Die Lösegeldverhandlungen gestalten sich laut "Spiegel" schwierig, weil die Piraten immer neue Forderungen stellten. Zuletzt war der Kontakt zwischen den Piraten und der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg drei Wochen lang komplett abgebrochen, hieß es. Seit vergangenem Freitag werde wieder verhandelt.

Das mittelgroße Containerschiff "Hansa Stavanger" wurde 1997 gebaut, ist 170 Meter lang und kann 1550 Standardcontainer laden. Nach Angaben des Ostafrikanischen Seefahrer-Hilfsprogramms wurde es am 4. April zwischen Kenia und den Seychellen gekapert.

Quelle: dpa/rts