SteuerreformWirtschaft für frühere Reform-Endstufe
Die Wirtschaft hat die Bundesregierung aufgefordert, die für 2005 geplante höchste Entlastungsstufe der Steuerreform um mindestens ein Jahr vorzuziehen.
Die Wirtschaft hat die Bundesregierung aufgefordert, die für 2005 geplante höchste Entlastungsstufe der Steuerreform um mindestens ein Jahr vorzuziehen. Zudem müsse der Spitzensatz der Einkommensteuer unter 40 Prozent sinken, erklärten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHT) zum Inkrafttreten der ersten Stufe der Steuerreform in Berlin.
Die Verbände erinnerten daran, dass rund 85 Prozent der Unternehmen mittelständische Betriebe sind, die Einkommensteuer zahlen. Nur wenn man diese Firmen tiefgreifend entlaste, könne die Konjunktur weiter belebt werden, so die Hauptgeschäftsführer von BDI und DIHT, Ludolf-Georg von Wartenberg und Franz Schoser.
Von Wartenberg schlug zudem vor, die Endstufe 2003, spätestens jedoch 2004 wirksam werden zu lassen. Bislang sind die drei Schritte für 2001, 2003 und 2005 vorgesehen. Beide Wirtschaftsvertreter verwiesen darauf, dass die Körperschaftssteuer, die von Kapitalgesellschaften entrichtet wird, ab 1. Januar 25 Prozent beträgt, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer aber lediglich auf 48,5 Prozent sinkt und erst 2005 bei 42 Prozent liegen wird. Die Schere sei nach wie vor zu groß. Um die Ungleichbehandlung des Mittelstands früher zu mildern, sei es notwendig, die höchste Reformstufe vorzuziehen.
So entstünde Raum für einen Spitzensteuersatz von unter 40 Prozent, betonte Schoser. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) könnte trotzdem 2006 einen Haushalt vorlegen, der ohne neue Kredite auskomme. Ein Höchstsatz der Einkommensteuer unter der 40-Prozent-Marke werde "die Kräfte der Volkswirtschaft entfesseln" und den Arbeitsmarkt beleben.