Politik

Gipfelbeschlüsse unzureichendWirtschaftsweise kritisiert G20

27.09.2009, 11:35 Uhr

Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro kritisiert die Ergebnisse des G-20-Gipfels in Pittsburgh als unzureichend. Wichtige Fragen wie die globale Aufsicht über systemrelevante Banken oder eine grenzüberschreitende Insolvenzordnung hätten gar nicht erst auf der Tagesordnung gestanden.

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Beatrice Weder di Mauro hat sich mehr von dem Gipfeltreffen erhofft. (Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Es sei nicht ausreichend, allgemeine Regeln aufzustellen, die Umsetzung und Kontrolle jedoch den einzelnen Staaten zu überlassen, sagte Weder di Mauro der "Welt am Sonntag". Di Mauro ist im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Auch die Vorschläge zur Eigenkapital-Regulierung der Banken seien unzureichend. Grundsätzlich müsse darüber nachgedacht werden, "wofür und wieviel Eigenkapital Banken vorhalten sollen". Das geschehe jedoch nicht, die G-20-Gruppe versuche vielmehr, im bestehenden Rahmen Änderungen vorzunehmen.

Nachteile speziell für deutsche Banken

Die deutsche Wirtschaft befürchtet bei einer globalen Regulierung Nachteile speziell für deutsche Banken. "Das Bekenntnis zur Anpassung der Eigenkapitalvorschriften begrüßen wir", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, der Zeitung. Vorsicht sei aber bei der in Pittsburgh vorgeschlagenen Regelung zum Verschuldungsgrad geboten. Die relativ geringe Kapitalmarktorientierung des deutschen Bankensystems könne bei der Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen zu Wettbewerbsnachteilen deutscher Banken führen.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) begrüßte die Ergebnisse des Gipfels hingegen. Die Vorgaben seien zwar allgemein, die Richtung, "in die die Reise gehen soll", sei jedoch "glasklar", sagte BaFin-Präsident Jochen Sanio der "Welt am Sonntag".

Quelle: AFP