Freitag, 26. September 2008
US-Angriffe auf Pakistan: Zardari protestiert
Nach dem Beschuss zweiter US-Hubschrauber im Grenzgebiet zu Afghanistan haben sich pakistanische und US-Soldaten auch einen kurzen Schusswechsel geliefert. Wie der US-Admiral Gregory Smith berichtete, wurden pakistanische Soldaten an einer Kontrollstation beim Beschuss der zwei Helikopter vom Typ OH-58 Kiowa beobachtet. Diese habe eine US-afghanische Patrouille decken sollen, die etwa zwei Kilometer hinter der Grenze in Afghanistan unterwegs gewesen sei. Die Bodentruppen hätten dann in einen Hügel neben dem Kontrollpunkt gefeuert, woraufhin es einen etwa fünfminütigen Schusswechsel gab. Es sei aber niemand getroffen worden.
Pakistans neuer Präsident Asif Ali Zardari übte auf der UN-Vollversammlung in New York Kritik an dem Vorfall. "Um die Terrorgefahr zu bannen, ist es nicht hilfreich, die Souveränität unseres Volkes zu verletzen. Das könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben", warnte Zardari vor der UN-Vollversammlung in New York. Pakistan sei auf dem Weg, einen nationalen Konsens im Anti-Terror-Kampf zu finden. "Nur eine demokratische Regierung kann diesen Krieg gewinnen", sagte er.
US-Angriffe auf Taliban-Stellungen in Pakistan im Rahmen des Afghanistankriegs sind seit langem umstritten. Zardari hatte sich zu diesem Thema am Dienstag bereits mit US-Präsident George W. Bush getroffen. Auch Frankreich hatte Washington kürzlich zu einem behutsameren Vorgehen gemahnt.
Treffen der Außenminister von Pakistan und Afghanistan
Nach Angaben von Außenminister Frank-Walter Steinmeier sollten am Rande der UN-Vollversammlung führende Vertreter der USA, Großbritanniens, der Golfstaaten und anderer europäischer Staaten über die Situation in Pakistan sprechen. Sein pakistanischer Kollege Shah Mehmood Qureshi habe ihm zudem gesagt, er wolle in New York Gespräche mit dem afghanischen Außenminister Rangin Dadfar Spanta führen, sagte Steinmeier vor Journalisten. Er begrüße dies, denn auch der Mangel an Kommunikation zwischen Pakistan und Afghanistan habe dazu beigetragen, dass die Lage an der Grenze zwischen beiden Ländern so unbefriedigend sei.
Pakistan ist der wichtigste Verbündete der US-Regierung bei deren Anti-Terror-Kampf in der Region. Das Verhältnis ist seit einiger Zeit jedoch zunehmend gespannt. Washington wirft Islamabad vor, nicht genügend gegen die Taliban zu unternehmen, und sorgt zugleich mit eigenmächtigen Angriffen auf Aufständische in Pakistan für Empörung in dem südasiatischen Land. Pakistan gilt als wichtige Rekrutierungsregion für die afghanischen Taliban. Die Grenze zwischen beiden Ländern ist praktisch nicht kontrollierbar.
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